Wie Mutter und Kind vor schweren Gesundheitsschäden geschützt werden können Suchtests bei Schwangeren und Neugeborenen

Werdende Eltern wünschen sich nichts sehnlicher als ein gesundes Kind. Untersuchungen der Schwangeren und des Neugeborenen decken Gesundheitsrisiken auf und verhindern Folgeschäden.

Mutterschaftsvorsorge im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung

Im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge werden Schwangere umfassend beraten, und ihnen werden zahlreiche Labortests vorgeschlagen. Neben einer umfangreichen Eigen-, Familien- und Schwangerschaftsanamnese werden folgende allgemeine Untersuchungen durchgeführt:

  • Gynäkologische Untersuchungen einschließlich eines Gebärmutterhals-Abstrichs zur Untersuchung auf Chlamydien
  • Hämoglobinbestimmung und Urinuntersuchung alle vier Wochen auf Eiweiß, Blutzucker, Sediment und gegebenenfalls bakteriologische Untersuchungen bei auffälliger Anamnese, Blutdruckerhöhung und Sedimentbefund
  • Blutgruppen- und Rhesusfaktor-Bestimmung zur Abklärung von Blutgruppenunverträglichkeiten zwischen Mutter und Kind

Möglichst früh durch Labortests abklären:

Bei Schwangeren sollten möglichst früh ein Chlamydien-Test, ein Lues-Test, ein Röteln-Test, ein Hepatitis-B-Test, gegebenenfalls ein AIDS-Test sowie ein Antikörper-Suchtest auf Infektionen durchgeführt werden.

Schwangerschaftsdiabetes erkennen

Die gesetzliche Krankenversicherung  übernimmt auch die Kosten für Tests auf Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) für alle Schwangeren. Der zweistufige Test wird zwischen dem sechsten und siebten Schwangerschaftsmonat vorgenommen.

Zuckerstoffwechsel genauer untersuchen

In einem ersten Schritt werden die Blutzuckerwerte gemessen, nachdem die Schwangere ein Glas mit Traubenzucker getrunken hat. Fällt der erste Test positiv aus, untersucht der Arzt den Zuckerstoffwechsel genauer.

Oft hilfreich: Ernährungsumstellung

Der Test ist sinnvoll, da die Blutzuckerwerte meist schon durch eine Umstellung der Ernährung normalisiert werden können. Hohe Blutzuckerwerte während der Schwangerschaft erhöhen das Risiko einer Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) und von Komplikationen während der Entbindung.

    Weitere Tests für Schwangere möglich

    In begründeten Fällen werden außerdem folgende Maßnahmen ergriffen:

    • Untersuchungen auf Toxoplasmose und andere Infektionen
    • bei Anhaltspunkten für ein genetisches Risiko: Aufklärung und Beratung über Untersuchungsmöglichkeiten
    • bei Risikoschwangerschaften und -geburten: Spezielle Untersuchungen, z. B. auf Diabetes mellitus und des Fruchtwassers

    Blutuntersuchung bei Neugeborenen

    Direkt nach der Geburt wird die Blutgruppe des Kindes ermittelt und sein Blut auf Antigen-Antikörper-Reaktionen untersucht. Außerdem wird durch einen sogenannten TSH-Test geprüft, ob es an einer angeborenen Schilddrüsen-Unterfunktion leidet.

    Neugeborenen-Screening: Stoffwechsel- und Hormonstörungen erkennen

    Ein Neugeborenen-Screening wird den Eltern Neugeborener mittlerweile in allen Bundesländern angeboten. Es umfasst Untersuchungen auf behandelbare angeborene Stoffwechsel- und endokrine Erkrankungen (Hypothyreose und Adrenogenitales Syndrom – AGS). Damit können bestimmte Stoffwechsel- und Hormonstörungen frühzeitig erkannt und so schwere Folgeschäden verhindert werden.

     

    Seit Januar 2017 kann im Rahmen des Neugeborenenscreenings eine Früherkennungs-Untersuchung des Neugeborenen auf cystische Fibrose, auch Mukoviszidose genannt, erfolgen und als Kassenleistung abgerechnet werden. Dies ist eine erbliche Krankheit, die bestimmte Drüsen stimuliert, ungewöhnliche Sekrete abzusondern; dies führt zu verschiedenen Symptomen. Die wichtigsten betreffen den Verdauungstrakt und die Lunge, ein Blutstropfen genügt.

    Nachsorge im Labor für die Mutter

    Bei der Mutter wird in der ersten Woche nach der Entbindung eine Untersuchung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) vorgenommen sowie sechs bis acht Wochen nach der Entbindung, falls erforderlich, eine erneute Hämoglobin-Bestimmung und  Urinuntersuchungen auf Eiweiß, Blutzucker und Sediment, worauf – wenn auffällig – eine bakteriologische Untersuchung folgt.

    Untersuchungen, die selbst zu bezahlen sind

    Eine Vielzahl von Tests bietet die gesetzliche Krankenversicherung im Rahmen der Mutterschafts- und Neugeborenen-Vorsorge an. Darüber hinaus gibt es Untersuchungen, die im Einzelfall sinnvoll sein können, allerdings von der Schwangeren selbst bezahlt werden müssen.

    Beispiel Toxoplasmose

    Das betrifft in der Schwangerschaft insbesondere die Toxoplasmose-Untersuchung. Sie wird von der gesetzlichen Krankenversicherung nur bei einem Verdacht auf Toxoplasmose finanziert, nicht jedoch als reine Vorsorge-Untersuchung.

    Rechtzeitig erkennen und behandeln

    Durch eine akute Toxoplasmose-Erkrankung während der Schwangerschaft kann das Kind schwer geschädigt werden, was mit einer rechtzeitigen Erkennung und Behandlung verhindert werden kann.

    Sinnvoll sind auch Untersuchungen

    • auf ein Neuroblastom, eine Krebserkrankung bei Kleinkindern, die bei frühzeitiger Erkennung eine fast 100-prozentige Heilungschance ermöglicht
    • auf das Bakterium Streptococcus B in der 35. bis 37. Schwangerschaftswoche, wie sie die amerikanische Gesundheitsbehörde eingeführt hat. Dieses Bakterium ist die führende Infektionsquelle für Krankheit und Tod von Neugeborenen in den USA, wenn es nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird. Einige gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für diesen Test im Rahmen ihres Vorsorgeangebotes.

    Weitere Informationen

    Das Faltblatt „Infektionen in der Schwangerschaft – Risikoabsicherung vor und in der Schwangerschaft“ enthält dazu weitere detaillierte Informationen.