Aufs LDL-Cholesterin kommt es an
Der menschliche Organismus kann auf Cholesterin nicht verzichten. Es ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Zellmembranen. Auch beim Stoffwechsel, der Hormonproduktion und der Fettverdauung spielt Cholesterin eine wichtige Rolle. Den Transport von Cholesterin durch die Blutbahn übernehmen Lipoproteine, die sich durch ihre Dichte unterscheiden. Low-Density-Lipoproteine (LDL)bringen Cholesterin zu den Zellen, während High-Density-Lipoproteine (HDL) es von den Zellen zurück zur Leber transportieren. Vor allem zu viel LDL-Cholesterin führt zu Gefäßablagerungen, die Erkrankungen von Herz, Kreislauf und Gefäßen verursachen können. Bei Bluttests auf Cholesterin bestimmen Labormediziner*innen daher neben dem Gesamtcholesterinwert den Anteil von LDL- und HDL-Cholesterin in der Blutprobe.
Cholesterin-Risiko Wechseljahre
Ob die LDL-Cholesterinwerte in ungesunde Höhen klettern, hängt zu einem großen Teil vom Lebensstil und der Ernährung ab. Bewegungsmangel, Übergewicht und eine ungünstige Ernährung können erhöhte Cholesterinwerte begünstigen. Bei Frauen können jedoch auch die Wechseljahre den Fettstoffwechsel ungünstig beeinflussen. Studien zeigen, dass der Anteil von LDL-Partikeln in dieser Lebensphase deutlich zunimmt und auch nach der Menopause die Werte des „guten“ HDL-Cholesterins besonders niedrig liegen. Umso wichtiger ist es, die Cholesterinwerte im Auge zu behalten – etwa beim Gesundheits-Check-up, der den Versicherten alle drei Jahre zusteht.
Bei familiärer Belastung Cholesterin schon bei Kindern bestimmen lassen
In manchen Fällen weisen schon Kinder und Jugendliche zu hohe Cholesterinwerte auf. Eine der häufigsten Ursachen dafür ist ein Gendefekt, der den Fettstoffwechsel stört (familiäre Hypercholesterinämie). Kommen in der Familie bereits im Alter von 50 bis 60 Jahren Herzinfarkte, Durchblutungsstörungen in den Beinen und Schlaganfälle vor, sollten auch bei Kindern die Cholesterinwerte bestimmt werden. Fachmediziner*innen empfehlen, dafür die U9-Untersuchung zu nutzen. Ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe reicht dafür bereits.

