Herzgesundheit von Diabetikern sichern

Grundsätzlich tragen Diabetiker ein erhöhtes Risiko, an koronaren Herzkrankheiten zu leiden. Symptomfreie Patienten müssen zwar nicht regelmäßig auf KHK gescreent werden. Neuere Leitlinien empfehlen eine individuelle Risikostratifizierung: Kommen zur Diabetes-Erkrankung weitere Risikofaktoren wie beispielsweise Übergewicht oder Nikotinkonsum hinzu oder besteht die bestehende Diabetes-Erkrankung schon lange, müssen Patienten regelmäßig auf die Herzgesundheit untersucht werden.

Biomarker aus dem Labor

Biomarker helfen dabei, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren. Zur Risikoabschätzung von Herzkrankheiten bei Typ 2-Diabetikern kommen bereits verschiedene Biomarker zum Einsatz. Wenn der HbA1c-Wert ansteigt, klettert auch das Risiko für Herzerkrankungen und Herzinfarkt. Gleiches gilt für die Blutfettwerte. Ob eine Hypercholesterinämie vorliegt, zeigen Labortests. Albuminurie oder ein erhöhter Wert des B-Typ natriuertischen Peptids (NT-proBNP-Wert) warnen ebenfalls vor künftigen kardiovaskulären Ereignissen und Herzinsuffizienz. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt empfehlen Experten, nicht den absoluten Troponinwert zur Diagnostik zu nutzen, sondern den zeitlichen Verlauf. Der Grund:  Das kardiale hochsensitive Troponin (hsTorp) kann bereits vor einer bekannten KHK erhöht sein.

Allgemeine Risiko-Scores sind für Diabetiker nicht verlässlich

Geeignete Risiko-Scores oder validierte Risikorechner für Patienten mit Diabetes gibt es nach Angaben von Experten in Deutschland bisher nicht. Bekannte Scores, die für die Allgemeinbevölkerung solide Vorhersagen ermöglichen, scheinen das Risiko bei Diabetikern zu unterschätzen. Fachmediziner raten daher davon ab, sie für Diabetes-Patienten zu nutzen. Dazu gehören etwa der Famingham Risk Score, PROCAM-Score und SCORE-Score.

 

Quelle:

Medical Tribune vom 11.10.2017

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