Cholesterin: weltweit immer mehr Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Erhöhte LDL-Cholesterinwerte steigern das Risiko für Herzerkrankungen und durch Blutge-rinnsel verursachte Schlaganfälle (ischämischer Schlaganfall). Einer aktuellen internationalen Studie zufolge ist sowohl die Zahl der durch hohe LDL-Cholesterinwerte verursachten Todes-fälle als auch die der Krankheitsjahre weltweit gestiegen. Die Wissenschaftler*innen fordern neben verbesserter Prävention auch konsequentere Diagnostik.

39 Prozent mehr Todesfälle und Krankheitsjahre weltweit

In ihrer Studie werteten die Fachleute internationale Gesundheitsdaten aus. Dabei zeigte sich: Der Anstieg der Todesfälle und Krankheitsjahre durch zu hohe LDL-Cholesterinwerte lag 2023 um 39 Prozent höher als 1990. Wichtig zu wissen: Die in der Studie gewählten LDL-C-Werte von 35-54 mg/dl stellen eine empirische Untergrenze für das globale Gesundheits-Benchmarking dar. In der klinischen Praxis liegen die empfohlenen Schwellenwerte für ansonsten Gesunde bei weniger als 130 mg/dL bis unter 100 mg/dL für die Primärprävention.

Demografie überholt Erfolge bei Therapie 

Die Studie offenbart zudem eine gegenläufige Entwicklung zwischen altersstandardisierten Raten und der absoluten Krankheitslast: Nach Altersgruppen betrachtet sanken Todesfallzahlen und Krankheitsjahre. Die Forschenden vermuten, dass Fortschritte bei lipidsenkenden Therapien und im klinischen Management inzwischen von demografischen Entwicklungen wie dem Bevölkerungswachstum und der weltweiten Alterung der Gesellschaften überholt werden. Umso wichtiger ist der Studie zufolge auch eine verbesserte Diagnostik.

Gesundheits-Check-up klärt Cholesterinwerte

Ob ihre Cholesterinwerte in Ordnung sind, können Versicherte hierzulande beim Gesundheits-Check-up untersuchen lassen. Diese Vorsorgeleistung steht allen Erwachsenen ab 35 Jahren alle drei Jahre zu. Zur Untersuchung gehört auch ein Bluttest, bei dem unter anderem die Blutfettwerte LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeride bestimmt werden. Zu hohe Werte können bei Bedarf mit Medikamenten behandelt werden, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.

 

Quelle:

Deutsches Ärzteblatt

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