Kindergesundheit: Neue Früherkennungsuntersuchung für 9- bis 10-Jährige beschlossen

Das Angebot an Früherkennungsuntersuchungen für Kinder wird erweitert. Mit der jüngst beschlossenen U10 schafft der Gemeinsame Bundesausschuss G-BA eine zusätzliches Angebot für Kinder im Alter von neun bis zehn Jahren. Ein wichtiger Bestandteil der neuen U10 ist die Impfberatung. Zudem soll eine ausführliche Familienanamnese dabei helfen, unter anderem Störungen des Fettstoffwechsels frühzeitig zu erkennen.

Fünf fröhlich hüpfende Kinder symbolisieren den vollständigen Polio-Impfschutz nach fünf Impfungen.
Cherry Merry | Fotolia

Körperliche und seelische Gesundheit im Blick

Die neue Früherkennungsuntersuchung U10 beinhaltet neben einer ausführlichen ärztliche Anamnese und körperlichen Untersuchung auch den Blick auf die psychische Gesundheit und soziales Wohlbefinden der Kinder. Dazu kommt ein wissenschaftlich geprüfter Fragebogen zum Einsatz, der von den Eltern ausgefüllt und im Rahmen des Untersuchungstermins gemeinsam mit der Familie besprochen wird.

Familiär bedingte Gesundheitsrisiken erkennen

Das ausführliche Anamnesegespräch soll zudem dabei helfen, bestimmte Krankheitsrisiken in der Familie zu erkennen. Dazu gehört unter anderem eine familiär bedingte Hypercholesterinämie. Die Erkrankung führt zu erhöhten Cholesterinwerten im Blut. Ergibt sich im Gespräch eine Häufung erhöhter Blutfettwerte in der Familie, können Ärzt*innen dem Krankheitsverdacht mittels Bluttests nachgehen. Eine familiäre Hypercholesterinämie lässt sich zwar nicht heilen. Veränderungen des Lebensstils oder bei Bedarf auch lipidsenkende Medikamenten ermöglichen jedoch, dass die Erkrankung günstiger verläuft.

Impfberatung soll Schutz vor HPV-bedingten Krebserkrankungen stärken

Zur neuen U10 gehört auch eine umfassende Impfberatung. Sie beinhaltet Informationen zur HPV-Impfung für Mädchen und Jungen. Bestimmte Humane Papillom-Viren (HPV) begünstigen langfristig Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs und Tumore im Hals-Kopf-Bereich.Sie werden vor allem beim Sex übertragen. Die Impfung schützt am besten, wenn noch kein HPV-Kontakt stattgefunden hat. Daher raten Expert*innen zu einer frühzeitigen Impfung gegen HPV im Alter zwischen neun und 14 Jahren.

 

Gut zu wissen:

Bevor Kinderärzt*innen die U10 anbieten können, dauert es jedoch noch ein paar Monate: Neben der Genehmigung durchs Bundesgesundheitsministerium muss auch die Abrechnungstabelle EBM entsprechend angepasst werden.

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