Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Männer trifft es häufiger und früher

Erkrankungen der Gefäße und des Herzens sind hierzulande weit verbreitet und verursachen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 40 Prozent aller Sterbefälle. Männer erkranken nicht nur häufiger, sondern oft auch früher. Allerdings schätzen vor allem sportlich aktive Männer ihr Erkrankungsrisiko häufig zu niedrig ein. Fachleute raten dazu, besser über die Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufzuklären und das individuelle Risiko anhand medizinischer Marker zu klären.

Das Foto zeigt einen Mann, der ein rotes Papp-Herz vor sich hält. Er lächelt.
Vitaly Gariev | Unsplash

Studie untersucht, ab wann Erkrankungsrisiko steigt

Schon länger wissen Medizinier*innen, dass Männer ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben als Frauen. Neben Lebensstilfaktoren wie Rauchen – Männer rauchen häufiger als Frauen – spielt auch der unterschiedliche Hormonstoffwechsel eine Rolle: Bis zu den Wechseljahren bietet das weibliche Geschlechtshormon Hormon Östrogen Herz und Gefäßen einen gewissen Schutz vor gefährlichen Ablagerungen. Wissenschaftler*innen aus den USA haben in einer umfangreichen Studie genauer untersucht, wie sich biologische und soziale Faktoren zeitlich auf den Erkrankungszeitpunkt auswirken.

Unterschiede zeigen sich ab Alter von 35 Jahren

Die Studienergebnisse zeigen, dass Männer bereits ab einem Alter von 35 Jahren vermehrt von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen sind. Sie erkranken zum Beispiel zehn Jahre früher an koronarer Herzkrankheit. Schwere Herz-Kreislauf-Leiden wie etwa ein Herzinfarkt trat bei fünf Prozent der männlichen Studienteilnehmer bereits mit rund 51 Jahren auf, Frauen erreichten diese Marker erst sieben Jahre später.

Herzgesundheit im Blick behalten

Ihre Herzgesundheit sollten Männer daher spätestens ab dem 35. Geburtstag regelmäßig in den Blick nehmen. Neben regelmäßigen Blutdruckmessungen hilft dabei auch der Gesundheits-Check-up in der ärztlichen Praxis. Dabei werden auch die Blutzucker- und Blutfettwerte bestimmt. Erhöhte Werte steigern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Kosten für die Untersuchung übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen alle drei Jahre.

 

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