Antibiotika: Jeder Vierte hört zu früh auf

20 bis 30 Prozent der Patienten in Deutschland setzen Medikamente eigenmächtig ab oder ignorieren die Einnahmeempfehlung ihres Arztes – eine gefährliche Entscheidung, nicht nur für die eigene Gesundheit. Bei Antibiotika trägt mangelnde Therapietreue dazu bei, dass immer weniger dieser Medikamente wirken.

 

Zu kurz und zu unregelmäßig

Antibiotika wirken gegen Bakterien auf unterschiedliche Weise. Sie zerstören etwa deren Zellwand, blockieren die Nährstoffzufuhr oder verhindern, dass die Krankheitserreger ihre DNA weitergeben können. Um die Bakterien bei einer Infektion vollständig zu vernichten, müssen Patienten ihre Medikamente aber in der passenden Dosierung und ausreichend lange einnehmen. Sonst nutzen die Erreger ihren Vorteil: Die weniger durchsetzungsstarken Bakterien sterben ab, während besonders wehrhafte Keime sich ungehindert vermehren.

 

Eltern: bei Unsicherheit den Arzt fragen

Einer Studie der Universität Erlangen zufolge setzen auch Eltern Antibiotika oft falsch ein: Zehn bis 15 Prozent verabreichen ihren Kindern eigenmächtig eine zu geringe Dosis. Sie befürchten, die Gesundheit der Kleinen durch Nebenwirkungen zu gefährden, so die Autoren. Damit erreichen sie jedoch das Gegenteil: In der falschen Dosierung wirken die Medikamente oft nur mangelhaft. Dann zieht sich die Behandlung unnötig lange hin oder das erkrankte Kind muss nachbehandelt werden. Beides trägt dazu bei, dass sich Erreger an die Medikamente anpassen und Resistenzen bilden.

 

Quellen:

Ärzte Zeitung

DART-Bericht, Entwurf November 2013

 

Mehr lesen:

Studie Erlangen

IPF-Faltblatt Warum und wann Antibiotika

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