Medikamente: Therapie nach Maß mit Labortests

Medikamente wirken nicht in jedem Organismus gleich. Geschlecht, körperlicher Verfassung und Vorerkrankungen beeinflussen ebenso wie Alter und bestimmte Lebensgewohnheiten wie Rau-chen oder Alkoholkonsum, wie der Körper sie verarbeitet. Das gilt für einzelne Medikamente ebenso wie für Menschen, die regelmäßig auf mehrere Arzneien angewiesen sind. Bei bestimmten Arzneimitteln helfen Kontrollen der Wirkstoffkonzentration im Blut, die Behandlung sicherer und wirksamer zu machen – unabhängig davon, ob Patient*innen ein einzelnes oder mehrere Medikamente einnehmen, so das IPF.

Frau hält viele Tabletten in der Hand.
Denis Ismagliov | Fotolia

Wirkung und Nebenwirkungen im Blick behalten

Medikamente können neben der erwünschten Wirkung auch Nebenwirkungen haben. Bei manchen Wirkstoffen ist der Abstand zwischen wirksamer, zu hoher oder zu niedriger Konzentration besonders klein. Individuelle Unterschiede im Stoffwechsel, Erkrankungen oder Wechselwirkungen können dazu führen, dass die Wirkung unzureichend ist oder sich das Risiko für Nebenwirkungen erhöht.Fachleute raten daher zum sogenannten therapeutischen Drug Monitoring (TDM). Die Kontrolle der Wirkstoffkonzentration wird in der Regel anhand einer Blutprobe bestimmt und ermöglicht es, die Dosis bei Bedarf anzupassen. Je nach Erkrankung schreiben zugehörige Behandlungsleitlinien entsprechende Kontrollen sogar vor.

Mehrfachmedikation: Medikamentenspiegel regelmäßig prüfen

Manche Patient*innen benötigen dauerhaft mehrere Medikamente gleichzeitig. Fachleute sprechen dann von Polymedikation. Je nach Definition liegt die Grenze bei mindestens drei oder fünf Arzneimitteln. Polymedikation betrifft nicht nur ältere Menschen – diese jedoch in besonderem Maße: Mehr als jede*r Zweite im Alter über 70 Jahren ist auf mehrere Medikamente angewiesen. Mit der Zahl der Wirkstoffe steigt auch das Risiko von Wechselwirkungen. Leitlinien raten daher dazu, die Medikamentengabe regelmäßig zu überprüfen und dafür auch Laborwerte zu erheben. Damit bietet sich nicht nur die Möglichkeit, die Dosis anzupassen. Mitunter ergibt sich im Gesamtbild auch die Option, Medikamente wegzulassen und damit die Behandlung für die Patient*innen zu erleichtern, ohne Therapieziele zu gefährden.

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