Darm und Gebärmutterhals: Krebserkrankungsrisiko mit Früherkennung senken
Krebsfrüherkennungsuntersuchungen zielen grundsätzlich darauf ab, bösartige Tumore möglichst früh zu entdecken – meist sind sie dann noch besser behandelbar. Bei einigen Krebsarten besteht sogar die Möglichkeit, bereits Vorstufen der Erkrankungen zu erkennen, sie zu entfernen und so zu verhindern, dass die Krebserkrankung überhaupt ausbricht. Das gilt etwa für die Darmkrebsfrüherkennung. Bei der Darmspiegelung untersuchen Mediziner*innen den Dick- und Enddarm mit einer winzigen Kamera auf kleine Gewebeveränderungen. Diese werden dann mit speziellen Instrumenten gleich entfernt und anschließend feingeweblich untersucht. Alternativ können Versicherte den immunologischen Stuhltest nutzen. Er weist zuverlässig winzige Blutspuren im Stuhl nach, die auf Gewebeveränderungen im Darm hinweisen können. Ein auffälliger Stuhltest sollte unbedingt mit einer Darmspiegelung abgeklärt werden. Auch bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs gehören Laboruntersuchungen zum Programm. Frauen von 20 bis 34 Jahren können jährlich einen Pap-Abstrich in Anspruch nehmen, bei dem Zellen vom Gebärmutterhals auf Veränderungen untersucht werden. Ab 35 Jahren wird alle drei Jahre eine Kombinationsuntersuchung aus Pap-Abstrich und HPV-Test angeboten. Der HPV-Test weist bestimmte Humane Papillomviren nach, die das Krebsrisiko erhöhen können. Auffällige Befunde werden weiter abgeklärt. Ergibt die Untersuchung leicht verändertes Gewebe, kann dieses entfernt werden, bevor sich ein bösartiger Tumor bildet.
Zielgerichtete Behandlung dank personalisierter Medizin
Krebs ist nicht gleich Krebs. Selbst bei der gleichen Krebsart können die bösartigen Zellen von Patient*in zu Patient*in sehr unterschiedliche Merkmale aufweisen. Darum kann nicht jedes Medikament die Krebszellen gleichermaßen gut bekämpfen. Mittels molekulardiagnostischer Verfahren können Ärzt*innen die Besonderheit der Krebszellen genau untersuchen und dabei etwa spezifische Genveränderungen in deren Erbgut bestimmen oder erkennen, ob die Tumorzellen vermehrt bestimmte Eiweiße herstellen. Diese Informationen ermöglichen es, die Therapie so gut wie möglich an die Eigenschaften des Tumors anzupassen. Fachleute sprechen dann von personalisierter Therapie. Diese steigert nicht nur die Erfolgsaussichten der Behandlung. Sie hilft auch dabei, Krebspatient*innen vor unnötigen Belastungen zu schützen – etwa vor Nebenwirkungen von Medikamenten, die womöglich nicht anschlagen.

