Harnwegsinfektionen: Antibiotika nur auf Rezept

Harnwegsinfektionen sind in der Regel schmerzhaft, aber harmlos. Um die Erreger effektiv zu bekämpfen und eine Ausweitung der Infektion etwa auf die Nieren zu verhindern, empfehlen einige medizinische Leitlinien die Behandlung mit Antibiotika. Allerdings werden immer mehr dieser Medikamente wirkungslos. Zudem heilen bis zu 50 Prozent der Harnwegsinfektionen spontan aus. Zum Europäischen Antibiotika-Tag am 18. November 2016 rät das IPF: Betroffene sollten mit ihrem Arzt klären, ob und welche Antibiotika erforderlich sind.

Bakterien oder Pilze – Labortests klärt Ursache

Am häufigsten stecken E.coli-Bakterien und Enterokokken hinter Harnwegsinfektionen. Diese Bakterien leben im menschlichen Darm und sind dort völlig harmlos. Wandern sie vom Darmausgang zur Harnröhre, können sich jedoch die Harnwege entzünden. Die Bakterien sprechen in der Regel auf Antibiotika an. Lösen jedoch etwa Hefepilze die Harnwegsinfektionen aus, wirken Antibiotika nicht. Eine Urinkultur aus dem Labor klärt, welche Erreger tatsächlich für die Symptome verantwortlich sind. Anhand des Laborergebnisses kann der Arzt das richtige Medikament verordnen.

Antibiogramm sichert wirksame Behandlung

Leiden Patientinnen immer wieder an entzündeten Harnwegen, kann ein Antibiogramm bei der Ursachenklärung helfen. Manche Erreger reagieren schlicht nicht mehr auf die verordneten Antibiotika. Ein Grund: Oft verordnen Mediziner bei Blasenentzündungen ähnliche Wirkstoffklassen. So steigt das Risiko, dass die Erreger Resistenzen entwickeln. Ein Antibiogramm klärt, welche Medikamente noch gut gegen die Erreger wirken. Eine zielgerichtete Behandlung auf Grundlage des Laborergebnisses hilft dabei, die Ausbreitung von Resistenzen zu vermeiden.

 

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