Geschlechtsunterschiede beim Myokardinfarkt abhängig vom Alter

Herzinfarkte verlaufen bei Männern und Frauen verschieden und führen deshalb auch zu einer manchmal schlechteren Versorgung von Frauen in der Klinik. Dr. Mohamad Alkhouli von der Mayo Clinic in Rochester und Kollegen erklären nun, dass die beschriebenen Unterschiede zu einem nicht unerheblichen Teil mit dem Alter zusammenhängen.

Ärztin horcht Papierherz ab, um Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu symbolisieren.

Frauen seltener im Krankenhaus behandelt

Die Wissenschaftler*innen sichteten in ihrer Studie die Daten von 6 720 639 Patient*innen, die in den Jahren 2003 bis 2015 mit den Diagnosen ST-Hebungsinfarkt (20,2 %) und Nicht-ST-Hebungsinfarkt (79,8 %) in den USA stationär behandelt worden waren. Behandlungsprozeduren und Behandlungsergebnis wurden getrennt in den vier Altersgruppen < 45, 45–64, 65–84 und ≥ 85 Jahre ausgewertet. Insgesamt erhielten Frauen über alle Altersgruppen hinweg seltener eine Krankenhausbehandlung als Männer.  Auch Eingriffe wie Koronarangiographien oder Revaskularisierungen wurden bei Frauen seltener vorgenommen.

Schlechtes Therapieergebnis vor allem bei jüngeren Frauen

Die Sterbewahrscheinlichkeit von Frauen im Vergleich zu Männern veränderte sich mit dem Alter und lag im Vergleich zu Männern in derselben Altersgruppe beim ­NSTEMI zunächst höher und dann niedriger (Odds Ratios in den vier Altersgruppen 1,08, 1,05, 0,92 und 0,86). Beim ST-Hebungsinfarkt war die Sterbewahrscheinlichkeit für Frauen insgesamt meist höher (Odds Ratios 1,15, 1,22, 1,09 und 0,97). Bei Gefäßkomplikationen, schweren Blutungen und tödlichen Ausgängen spielte das Alter der Frauen eine wichtige Rolle: Ein schlechtes Therapieergebnis wurde vor allem bei jüngeren Frauen gesehen, in höherem Alter gingen diese Komplikationen zurück.

 

Quelle:

Medical Tribune

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