Frauen und Herzinfarkt: Risiko steigt nach Menopause

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts erliegen zwar etwa gleich viele Frauen und Männer einem Herzinfarkt oder sterben an einer Herz-KreislaufErkrankung. Europaweit kommen Frauen in einer kardiovaskulären Notfallsituation allerdings später ins Krankenhaus als Männer. Der Grund: Frauen und Mediziner rechnen einfach seltener damit, dass ein Herzinfarkt vorliegt.

 Wechseljahre als Risikofaktor fürs Herz

Östrogen hat antiinflammatorische Eigenschaften. Daher unterscheidet sich das Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen zwischen den Geschlechtern. Bei Männern sind die Morbidität und Mortalität der KHK gegenüber prämenopausalen Frauen deutlich erhöht. Nach der Menopause jedoch nähern sich die Raten an. Das hat etwas mit dem Wegfall der stabilisierenden Wirkung von Östrogen auf atherosklerotische Plaques zu tun, aber zum Beispiel auch mit veränderten Lipidwerten. Vergleicht man Männer und Frauen vor der Menopause, so haben Männer ein niedrigeres HDL sowie höhere Werte für Gesamtcholesterin, Triglyceride und LDL. Nach der Menopause fällt dagegen ein deutlicher Anstieg des LDL bei Frauen auf.

Stoffwechsel genau unter die Lupe nehmen

Labortests klären schnell und einfach, ob der Fettstoffwechsel in Ordnung ist. Die Hypercholesterinämie der Frauen wird jedoch oft nicht adäquat behandelt. Zudem fällt nun die östrogenbedingte Hemmung der zellulären Hyperplasie der glatten Muskulatur weg. Forscher berichten, dass Plaque-Rupturen sind bei Frauen über 50 Jahre deutlich häufiger zu sehen als bei jüngeren Frauen. Und: Nicht nur der Fettstoffwechsel beschert Frauen ein höheres Herz-Risiko. Ein manifester Typ-2-Diabetes ist für Frauen ebenfalls deutlich gefährlicher als für Männer: Sie haben ein höheres Risiko für die Manifestation einer KHK als männliche Diabetes-Patienten und sterben deutlich häufiger einen kardiovaskulären Tod.


Quelle:

Ärztezeitung

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