Non-HDL als Red Flag
Non-HDL-Cholesterin ist die Differenz aus den Messwerten von Cholesterin und HDL und enthält somit auch die atherogenen VLDL- , IDL- und small-dense-LDL- Fraktionen. Dadurch lässt sich das Risiko für Gefäßschäden besser einschätzen als durch die hauptsächliche Berücksichtigung des LDL-Wertes. Die Studienautoren nahmen besonders lange Zeiträume in den Blick. Berücksichtigt wurden Individuen ohne bekannte kardiovaskuläre Erkrankung zu Studienbeginn mit bis zu 43 Jahren Follow-up-Zeitraum, im Median 12,8 Jahre. Die Daten zeigen, dass das Risiko für ein mit einer koronaren Herzkrankheit assoziiertes Ereignis oder einen Schlaganfall bis zum 75. Lebensjahr mit zunehmenden non-HDL-Werten mehr oder weniger linear steigt.
Lipidsenkung schon in jungen Jahren
Die Daten belegen vor allem auch die hohe prognostische Relevanz erhöhter non-HDL-Level in jungen Jahren. So lässt sich anhand des Risikomodells beispielsweise ablesen, dass Männer unter 45 Jahren mit non-HDL-Level von 3,7 bis <4,8 mmol/l (143 bis <185 mg/dl) und maximal einem zusätzlichen Risikofaktor ein kardiovaskuläres Langzeitrisiko von 19 Prozent haben, bei zwei oder mehr zusätzlichen Risikofaktoren sind es 28,8 Prozent. Bei niedrigem non-HDL <2,6 mmol/l (<100 mg/dl) beträgt das Risiko nur 11,8 bzw. 18,9 Prozent. Ähnlich bei jungen Frauen: Hier liegen die Risiken bei einem wie oben erhöhten non-HDL bei 8,8 bzw. 15,6 Prozent, gegenüber nur 5,7 bzw. 12,3 Prozent bei niedrigem non-HDL. Die Studienautoren vermuten daher, dass junge Menschen von einer lipidsenken Therapie besonders profitieren können.
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