Erhöhte Blutfette: langfristiges Risiko für Herz und Kreislauf in jungen Jahren am höchsten

Schon in jungen Jahren schlagen gering erhöhte non-HDL-Level stark aufs kardiovaskuläre Langzeitrisiko durch. Das konnte eine unter Leitung von Professor Stefan Blankenberg vom UKE Hamburg im Rahmen des „Multinational Cardiovascular Risk Consortium“ vorgelegte Neuauswertung von insgesamt knapp 400.000 Individuen aus zahlreichen Kohortenstudien zeigen.

 

Non-HDL als Red Flag

Non-HDL-Cholesterin ist die Differenz aus den Messwerten von Cholesterin und HDL und enthält somit auch die atherogenen VLDL- , IDL- und small-dense-LDL- Fraktionen. Dadurch lässt sich das Risiko für Gefäßschäden besser einschätzen als durch die hauptsächliche Berücksichtigung des LDL-Wertes. Die Studienautoren nahmen besonders lange Zeiträume in den Blick. Berücksichtigt wurden Individuen ohne bekannte kardiovaskuläre Erkrankung zu Studienbeginn mit bis zu 43 Jahren Follow-up-Zeitraum, im Median 12,8 Jahre. Die Daten zeigen, dass das Risiko für ein mit einer koronaren Herzkrankheit assoziiertes Ereignis oder einen Schlaganfall bis zum 75. Lebensjahr mit zunehmenden non-HDL-Werten mehr oder weniger linear steigt.

Lipidsenkung schon in jungen Jahren

Die Daten belegen  vor allem auch die hohe prognostische Relevanz erhöhter non-HDL-Level in jungen Jahren. So lässt sich anhand des Risikomodells beispielsweise ablesen, dass Männer unter 45 Jahren mit non-HDL-Level von 3,7 bis <4,8 mmol/l (143 bis <185 mg/dl) und maximal einem zusätzlichen Risikofaktor ein kardiovaskuläres Langzeitrisiko von 19 Prozent haben, bei zwei oder mehr zusätzlichen Risikofaktoren sind es 28,8 Prozent. Bei niedrigem non-HDL <2,6 mmol/l (<100 mg/dl) beträgt das Risiko nur 11,8 bzw. 18,9 Prozent. Ähnlich bei jungen Frauen: Hier liegen die Risiken bei einem wie oben erhöhten non-HDL bei 8,8 bzw. 15,6 Prozent, gegenüber nur 5,7 bzw. 12,3 Prozent bei niedrigem non-HDL. Die Studienautoren vermuten daher, dass junge Menschen von einer lipidsenken Therapie besonders profitieren können.

 

Quelle:

Ärztezeitung

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