Auch pflanzliches Cholesterin kann Gefäße schädigen

Eine neue Studie belegt: Auch pflanzliche Cholesterine (Phytosterine) wirken atherogen. Der Grund dafür liegt in den menschlichen Genen. Die 42 Wissenschaftler um Dr. Anna Helgadottir (deCODE genetics/Amgen, Reykjavik, Island) zeigten, dass bestimmte Mutationen sich auf die Spiegel von non-High-Density Lipoprotein (non-HDL)-Cholesterin und Phytosterinen im Plasma sowie auf das kardiovaskuläre (CAD) Risiko auswirken.

Gemüse liegt auf einer Holzplatte.

Phytosterine im Plasma begünstigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler für die Studie 950.000 Blutproben von Menschen aus Island, Dänemark und Großbritannien. Die untersuchten Genvarianten beeinflussen die Sterol-Aufnahme im Darm. Es zeigte sich, dass sie für eine Erhöhung der non-HDL-Werte, aber auch der Phytosterine im Plasma sorgten. DasHerz-Kreislauf-Risiko stieg bei Letzteren um ein gutes Drittel stärker an, als es statistisch durch den Anstieg des non-HDL-Cholesterins allein zu erwarten war. Die Autoren führen dieses Drittel daher auf die vermehrte Aufnahme von Phytosterinen aus der Nahrung zurück.

Individualisierung könnte Lipid-senkende Therapie verbessern

Die Ergebnisse der Wissenschaftler zeigen, Menschen mit hoher intestinaler Sterolresorption (Hyper-Resorbierer) besonders gefährdet sind. Mediziner schlussfolgern aus der Studie daher die Notwendigkeit, die Verstoffwechlung von Cholesterin genauer und auf die einzelnen Patienten zugeschnitten zu bestimmen, um diese Risikopatienten zu entdecken. So könnte auch die Therapie individuell angepasst und verbessert werden.

 

Quelle:

Studie liefert genetischen Beweis: Auch pflanzliches Cholesterin kann per se atherogen sein - Medscape - 11. Aug 2020.

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