Lebergesundheit: immer mehr Lebererkrankungen in Europa

Schwere Lebererkrankungen nehmen europaweit zu: Zu diesem Ergebnis kommt eine Kommission von Fachmediziner*innen nach der Auswertung von Patient*innendaten. So ist die Zahl der Todesfälle durch Leberzirrhose und Leberkrebs zwischen 2003 und 2023 um mehr als 50 Prozent angestiegen. Dabei lassen sich diese Lebererkrankungen durch konsequente Vorsorge häufig verhindern. Fachleute fordern daher, Screening- und Früherkennungsprogramme auszubauen.

Arzt hält Leber auf seinen Händen
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Unentdeckte Hepatitis steigert Krebsrisiko

Nach Schätzungen der gemeinsamen Expert*innenenkommission der European Association for the Study of the Liver (EASL) und von The Lancet verursachen Leberzirrhose und hepatozelluläres Karzinom (HCC) zusammen jährlich rund 284.000 Todesfälle in Europa. Zu den Ursachen für diese Lebererkrankungen gehören den Fachleuten zufolge neben Lebensstilfaktoren (Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung) und chronische Vorerkrankungen (Adipisitas) auch unerkannte und unbehandelte Hepatitis-Erkrankungen. Wird etwa eine Hepatitis-C-Infektion nicht behandelt, kommt es der Deutschen Leberhilfe e.V. zufolge nach zwei bis drei Jahrzehnten bei bis zu 30 Prozent der Betroffenen zu Spätfolgen wie Zirrhose und Leberkrebs; bei chronischer Hepatitis B sind es 20 Prozent der Erkrankten

Zudem zeigen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO auch weltweit einen besorgniserregenden Trend: Trotz wirksamer Impfstoffe gegen Hepatitis B und verfügbarer antiviraler Therapien für Hepatitis B und C steigt die Zahl der hepatitisbedingten Todesfälle weltweit weiter an. Als wesentliche Ursache nennt ein aktueller WHO-Bericht Defizite bei Diagnose und Behandlung. Ende 2024 hatten danach lediglich 27 Prozent der Menschen mit chronischer Hepatitis B und 36 Prozent der Menschen mit Hepatitis C eine Diagnose erhalten. Die Behandlungsraten lagen bei 4,3 beziehungsweise 20 Prozent.

Impfung gegen Hepatits B für Säuglinge und Erwachsene

Hepatitis verläuft lange ohne Beschwerden. Umso wichtiger ist die Früherkennung und der Schutz vor einer Infektion. Gegen Hepatitis B gibt es eine wirksame Impfung. Sie gehört hierzulande aus gutem Grund zu den empfohlenen Standardimpfungen bei Neugeborenen: Erkranken die Kleinsten an Hepatitis B, verläuft die Krankheit bei bis zu 90 Prozent dieser Säuglinge chronisch. Weiterer Vorteil der Impfung: Eine Auffrischung ist laut Ständiger Impfkommission STIKO in der Regel nicht erforderlich. Bestimmte Risikogruppen sollten sich dennoch im Erwachsenenalter erneut impfen lassen. Dazu gehören unter anderem positiv auf HIV Getestete, Dialysepatient*innen sowie Menschen, die in medizinischen Einrichtungen und als Ersthelfer*innen arbeiten.

Screening auf Hepatitis B und C für Erwachsene

Versicherte ab 35 Jahren haben einmalig den Anspruch, sich auf die Viruserkrankungen Hepatitis B und Hepatitis C als Bestandteil des sogenannten „Check-ups“ (Gesundheitsuntersuchung) testen zu lassen. So sollen symptomlos oder schleichend verlaufende Infektionen entdeckt und frühzeitig behandelt werden. Das Screening trägt so dazu bei, die gravierende Spätfolgen wie Leberzirrhose und Leberkrebs zu verhindern.

 

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