Große Impflücken bei Masern

Deutschland rangiert EU-weit auf Platz drei der Länder mit den meisten Maserninfektionen zwischen November 2016 und Oktober 2017. Das zeigt ein aktueller Bericht des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Eine höhere Anzahl an Infektionen weisen nur Rumänien (7.977) und Italien (4.854) auf. In Deutschland verzeichnete das Robert Koch-Institut seit Februar 904 Fälle. Mitverantwortlich dafür sind unter anderem Impflücken bei Kindern und Erwachsenen.

Angestrebte Impfrate wird nicht erreicht

So waren 87 Prozent der europaweit Erkrankten nicht oder unzureichend geimpft. Fast die Hälfte (45 Prozent) war älter als 15 Jahre. In Deutschland spiegeln sich diese Ergebnisse wider. So erhalten zwar die meisten <link patienten vorsorgefinder ipf-faltblaetter vorsorge-impfungen-bei-kindern>Kleinkinder eine erste Grundimmunisierung, doch die Wiederholungsimpfung bleibt oft aus. Das sorgt dafür, dass Deutschland das jährliche Ziel einer Durchimpfungsrate von 95 Prozent nicht erreicht. Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angestrebte Elimination der Krankheit rückt damit in weite Ferne.

 

Impfempfehlung für Kinder und Erwachsene

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, Kinder bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr zweimal gegen Masern zu impfen. Tatsächlich waren in den vergangenen Jahren nie mehr als drei von vier Kindern bis zum zweiten Geburtstag zweifach geimpft. Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden, wurden wahrscheinlich gar nicht oder nur einmal geimpft. Eine einmalige Nachholimpfung sollte den Schutz wieder herstellen. Erwachsene, die vor 1970 geboren wurden, haben sehr wahrscheinlich eine Masernerkrankung durchgemacht und müssten immun sein. Ist der Impfstatus unklar, kann ein Blutbild aufzeigen, ob eine Impfung notwendig ist.

 

 

 

Quellen:

Ärztezeitung

Robert Koch-Institut, Epid. Bulletin 1/2017 

 

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IPF-Faltblatt Vorsorge-Impfungen bei Kindern