Diabetes bei Kindern: mehr Mischtypen

Offenbar überschneiden sich Formen der Diabetes-Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen mehr als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt die Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München.

Erste Auswertungen der Daten des Bayerischen Diabetesregister (DiMelli – Diabetes Mellitus Incidence Cohort Registry) weisen darauf hin, dass Mediziner bei Diabetes-Diagnosen besonders fein unterscheiden müssen, welche Krankheitsmerkmale vorliegen, um die jungen Patienten so gut wie möglich zu behandeln.

 

Erkrankung besser verstehen

In der DiMelli-Studie beziehen sich die Forscher auf Krankheitsdaten, die von 2009 bis 2012 im Register erfasst wurden. Sie untersuchten, wie viele junge Menschen unter 20 Jahren an Diabetes erkrankten und wie deutlich typische Krankheitsanzeichen bei ihnen ausgeprägt waren. Die Studie wird vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung unterstützt. Mit den Ergebnissen wollen die Wissenschaftler dazu beitragen, die verschiedenen Krankheitsbilder von Diabetes mellitus bei jungen Menschen besser zu verstehen.

 

Diabetes bei Kindern nimmt zu

Denn Diabetes ist keine Frage des Alters: Die Deutsche Diabetes-Hilfe geht davon aus, dass über 30.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren an der Zuckerkrankheit leiden. Meist diagnostizieren die Ärzte bei ihnen Typ-1-Diabetes. Aber auch Typ-2-Diabetes, der bislang als typische Erkrankung von älteren Erwachsenen angesehen wurde, tritt zunehmend bei jungen Menschen auf: Nach Angaben der Deutschen Diabetes-Hilfe erkranken etwa 200 Kinder und Jugendliche pro Jahr neu.

 

Diagnose: mehr als eine Typfrage

Im Rahmen der Studie werteten die Wissenschaftler bisher 630 Blutproben aus. Die Blutuntersuchung ermöglicht es, den Diabetestyps anhand besonderer Marker genau zu bestimmen. So können die Forscher nachvollziehen, wie sich die einzelnen Diabetestypen im Kindes- und Jugendalter verteilen. Erstaunlich: Obwohl die Wissenschaftler in vielen Blutproben typische Merkmale feststellen konnten, überwiegen Überschneidungen. Daher gehen die Autoren der Studie nun davon aus, dass es viele Mischtypen des Diabetes gibt.

 

Quelle: Helmholtz Zentrum München

 

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