Blutgerinnsel durch Tumor und Chemotherapie
Bei Gesunden beträgt das Risiko für VTE etwa 0,3 Prozent. Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien untersuchen seit 2003, wie sich eine Krebserkrankung auf das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) auswirkt. Im Rahmen der Vienna Cancer and Thrombosis Study“ (CATS) konnten die Experten nachweisen, dass die Gefahr für VTE auch davon abhängt, wie aggressiv die Krebszellen /typo3/ sind. Patienten, bei denen die Tumorzellen in hohem Grade von gesundem Gewebe abwichen (Tumorgrad 3 oder 4), erkrankten doppelt so häufig an einer VTE wie Patienten, bei denen die Krebszellen nur wenige oder mäßige Abweichungen zeigten (Tumorgrad 1 oder 2). In vielen Fällen zieht zudem eine Chemotherapie /typo3/die Blutungsneigung in Mitleidenschaft. Zum einen setzen absterbende Tumorzellen gerinnungsaktive Enzyme in der Blutbahn frei. Die Medikamente können zu anderen die Gefäßwände angreifen, sodass das Blut langsamer fließt und es eher zu Gerinnseln kommt. Aktuelle Ergebnisse der Studie legen nahe, dass Medikamente gegen zu hohen Cholesterinspiegel (Statine) zu verhindern helfen, dass sich bei Krebspatienten tatsächlich Blutgerinnsel bilden.
Labortests helfen bei Risikoabschätzung
Bluttests helfen Medizinern dabei, das Thromboserisiko für Krebspatienten besser einschätzen zu können und zu entscheiden, welche Patienten vorbeugend behandelt werden sollten. Dazu gehört die Konzentration von D-Dimere, die entstehen, wenn der Organismus geronnenes Blut abbauen muss. Auch bestimmte Blutgerinnungsfaktoren wie der Faktor VIII geben Aufschluss über die Gefahr von VTE. Sind diese Werte erhöht, wird eine VTE wahrscheinlicher. Zusätzlich können Mediziner testen, wie viel Thrombin der Organismus produziert. Thrombin spielt eine wesentliche Rolle bei der Blutgerinnung: Bildet sich bei der Blutgerinnung besonders viel Thrombin, steigt die Gefahr für VTE deutlich an.
Quellen:
