Bakterien setzen Immunsystem unter Stress
Die meisten kleineren Verletzungen heilen von selbst aus – das Immunsystem kann in diesen Fällen eindringende Bakterien aus eigener Kraft bekämpfen. Geraten besonders aggressive oder sehr viele Bakterien in die Wunde, benötigt der Organismus Unterstützung. Warnzeichen sind warme, gerötete und schmerzende Schwellungen rund um die Wunde sowie Fieber. In solchen Fällen können Antibiotika notwendig werden. Die Medikamente verhindern die Vermehrung der Bakterien oder töten sie sogar ab.
Ärztlich verordnet und mit Antibiogramm
Antibiotika sollten ausschließlich auf ärztliche Verordnung eingenommen werden. Das ist wichtig, um möglichst zielgerichtet gegen die Erreger vorzugehen und Resistenzbildungen zu vermeiden. Meist muss die Behandlung jedoch zügig beginnen. Dafür setzen Ärzt*innen sogenannte Breitbandantibiotika ein. Diese wirken zwar gegen mehrere Erreger gleichzeitig, verstärken jedoch auch Resistenzentwicklungen. Expert*innen plädieren daher dafür, parallel zu Beginn der Behandlung ein Antibiogramm zu erstellen sowie die Wirksamkeit der Therapie mit Breitbandantibiotika nach 48 Stunden zu überprüfen. Bei Wundverletzungen züchten Mediziner*innen für das Antibiogramm anhand eines Abstrichs aus der Wunde im Labor Bakterienkulturen und testen anschließend, welches Antibiotikum gegen die Erreger wirkt. Fachleute fordern diese Diagnostik, um zuverlässig ein geeignetes Antibiotikum verordnen zu können.

