Wundinfektionen im Sommer: Warum sie häufiger auftreten und wann Antibiotika nötig sind

Sommer ist Draußen-Zeit. Bei den vielfältigen Aktivitäten bleiben kleine und größere Wunden nicht aus. Wichtig zu wissen: Bei den warmen Temperaturen können sich auch kleine Verletzungen schneller entzünden. Wärme und Feuchtigkeit begünstigen das Wachstum von Bakterien und können die Wundheilung erschweren. Entstehen gerötete Schwellungen um die Wunde oder lösen schon leichte Berührungen Schmerzen aus, sollten Betroffene ärztlichen Rat suchen. Mit Antibiotika lassen sich Infektionen in der Regel gut behandeln. Welcher Wirkstoff am besten hilft, zeigen Labortests.

Bakterien setzen Immunsystem unter Stress

Die meisten kleineren Verletzungen heilen von selbst aus – das Immunsystem kann in diesen Fällen eindringende Bakterien aus eigener Kraft bekämpfen. Geraten besonders aggressive oder sehr viele Bakterien in die Wunde, benötigt der Organismus Unterstützung. Warnzeichen sind warme, gerötete und schmerzende Schwellungen rund um die Wunde sowie Fieber. In solchen Fällen können Antibiotika notwendig werden. Die Medikamente verhindern die Vermehrung der Bakterien oder töten sie sogar ab.

Ärztlich verordnet und mit Antibiogramm

Antibiotika sollten ausschließlich auf ärztliche Verordnung eingenommen werden. Das ist wichtig, um möglichst zielgerichtet gegen die Erreger vorzugehen und Resistenzbildungen zu vermeiden. Meist muss die Behandlung jedoch zügig beginnen. Dafür setzen Ärzt*innen sogenannte Breitbandantibiotika ein. Diese wirken zwar gegen mehrere Erreger gleichzeitig, verstärken jedoch auch Resistenzentwicklungen. Expert*innen plädieren daher dafür, parallel zu Beginn der Behandlung ein Antibiogramm zu erstellen sowie die Wirksamkeit der Therapie mit Breitbandantibiotika nach 48 Stunden zu überprüfen. Bei Wundverletzungen züchten Mediziner*innen für das Antibiogramm anhand eines Abstrichs aus der Wunde im Labor Bakterienkulturen und testen anschließend, welches Antibiotikum gegen die Erreger wirkt. Fachleute fordern diese Diagnostik, um  zuverlässig ein geeignetes Antibiotikum verordnen zu können. 

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