Von wegen Erholung? An Reiseinfektionen denken

Manches Reisesouvenir ist weder erwünscht noch kommt es im Koffer mit nach Hause: Infektionen mit Bakterien, Parasiten oder Viren aus dem Urlaubsland können noch Wochen nach der Heimkehr ausbrechen. Fühlen sich Reiserückkehrer müde, schlapp und plagen sie Magen-Darm-Beschwerden, haben sie Hautveränderungen oder bekommen sie plötzlich hohes Fieber mit Kopf- und Gliederschmerzen, sollten sie sich untersuchen lassen und ihren Arzt über das Reiseziel informieren, rät das IPF. Labortests klären, ob Beschwerden tatsächlich auf eine Reiseinfektion zurückgehen.

Nackter Unterschenkel mit Mückenstichen.

Fieber nach Tropenreise

Die häufigste Viruserkrankung, die Reisende aus den Tropen mitbringen, ist das Dengue-Fieber. Experten des Robert Koch-Instituts zählen im aktuellen Infektionsepidemiologischen Jahrbuch 2016 insgesamt 965 Fälle. Das ist die höchste je berichtete Fallzahl. 25 Prozent der Erkrankten waren zuvor in Thailand unterwegs, 23 Prozent in Indonesien, fünf Prozent in Indien und je vier Prozent kamen krank von den Philippinen und aus Vietnam zurück. Um den Erregern auf die Spur zu kommen und die Infektion klar von anderen fiebrigen Erkrankungen abzugrenzen, untersuchen Mediziner Blutproben im Labor mit verschiedenen Testverfahren.

Labortests von Hautproben

Infektionen auf Reisen können auch unter die Haut gehen. Dazu gehört die Orientbeule (Leishmaniose). Sie ist die zweithäufigste Hauterkrankung, die Patienten sich auf Reisen zuziehen. Dafür müssen Betroffene nicht im nahen oder fernen Osten oder Südamerika unterwegs gewesen sein. Auch Urlauber in der europäischen Mittelmeerregion können sich durch den Stich der Sandmücke mit den Erregern (Leishmanien) anstecken. In den meisten Fällen bleibt die Infektion auf die Haut beschränkt und bildet dort Geschwüre. Selten befällt sie innere Organe (viszerale Leishmaniose). Bei Durchfall, Fieber und Druckgefühle im Bauchraum sollten Patienten ihrem Arzt von zurückliegenden Reisen berichten. Laboranalysen von Hautproben weisen die Parasiten nach. Die Diagnose der viszeralen Form erfolgt mit umfangreichen Bluttests.

 

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