Alter schützt nicht vor STI
Statistisch gesehen sind ältere Erwachsene im Durchschnitt zwar sexuell weniger aktiv als junge Menschen. Studien zufolge erlebt jedoch fast ein Drittel der 60- bis 80-Jährigen nach eigenen Angaben häufiger Sex als der Durchschnitt der 20- bis 30-Jährigen. Fachleute beobachten daher, dass Fälle von Syphilis und Gonorrhoe auch in dieser Altersgruppe deutlich zunehmen. Allerdings kommt es bei Symptomen wie Hautveränderungen öfter zur verzögerten Diagnosen, da Ärzt*innen bei Älteren weniger auf STI achten. Eine Infektion mit Syphilis kann durch Laboruntersuchungen von Blutproben auf typische Antikörper zuverlässig nachgewiesen werden. Für die Diagnose von Gonorrhoe eignen sich Abstriche aus der Harnröhre bzw. aus dem Gebärmutterhals.
HPV geht auch Männer an
Infektionen mit Humanen Papillomviren (HPV) zählen zu den häufigsten STI. Wissenschaftler*innen kennen inzwischen über 230 verschiedene Typen von HPV. Einige davon gehören zu den sogenannten Hochrisiko-HPV. Diese können bösartige Tumorerkrankungen auslösen. Davon sind nicht nur Frauen betroffen: Neben Gebärmutterhalskrebs gehören auch Tumore im Mund-Rachen-Raum, im Analbereich und am Penis zu den durch HPV verursachten Krebserkrankungen. Fachleute raten daher, Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren gegen Hochrisiko-HPV impfen zu lassen. Wer die Impfung verpasst hat, kann sie bis zum Alter von 18 Jahren nachholen.

