Schilddrüse beeinflusst auch Psyche
Die Schilddrüsenhormone steuern nicht nur Funktionen von Herz und Kreislauf und regulieren Verdauung und Wachstum. Sie aktivieren auch den Stoffwechsel der Nervenzellen und die Gehirntätigkeit. Das schmetterlingsförmige Organ beeinflusst Psyche und seelisches Gleichgewicht erheblich. Die Autoren der Nationalen Versorgungsleitlinie Unipolare Depression raten daher dazu, im Rahmen der Diagnosestellung organische Faktoren wie eine Schilddrüsenunterfunktion zu untersuchen. Studien belegen zudem, dass Patienten mit der Diagnose Depression auffällig oft zugleich an Hashimoto-Thyreoiditis leiden – einer Autoimmunerkrankung, die zur dauerhaften Entzündung der Schilddrüse führt.
Schilddrüsenwerte mit Labortests bestimmen
Für die Untersuchung der Schilddrüsenfunktion reicht eine Blutprobe, aus der Labormediziner den TSH-Wert bestimmen. Auch die Schilddrüsenhormone T3 und T4 und andere Werte, wie z. B. die freien Hormone FT3 und FT4, untersuchen sie mit. Zur Diagnose einer Hashimoto-Thyreoiditis kommt noch die Untersuchung auf Antikörper gegen bestimmte Schilddrüsenenzyme und Schilddrüseneiweiße hinzu. Ob Patienten mit depressiven Symptomen an einer Fehlfunktion der Schilddrüse leiden, ist auch für die Therapie wichtig. Mitunter hilft es bereits, die Fehlfunktion zu behandeln; Antidepressiva sind dann nicht erforderlich. Für Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis und Depression eignen sich gewichtsneutrale Antidepressiva – sie leiden häufig an einer Schilddrüsenunterfunktion und nehmen dadurch ohnehin an Gewicht zu.

