Bakterien in winzigen Wassertröpfchen
Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge erkranken jährlich über 2.000 Menschen an einer durch Legionellen ausgelösten Lungenentzündung. Allerdings gehen Fachleute davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen höher liegen, da nicht alle Patient*innen mit Lungenentzündung auf Legionellen getestet werden. Legionellen vermehren sich vor allem in Wasseranlagen und Trinkwasserinstallationen. Steht Wasser über längere Zeit bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius, finden die Bakterien ideale Wachstumsbedingungen. Über winzige Wasser-tröpfchen (Aerosole) aus Dusche, Whirlpool, Luftbefeuchter oder Klimaanlagen können sie in die Atemwege gelangen. Gefährlich ist dieser erregerhaltige Wassernebel vor allem für Menschen mit Grunderkrankungen, die das Immunsystem schwächen.
Legionellen-Pneumonie mit Urintest erkennen
Eine Legionellen-Pneumonie bricht in der Regel fünf bis sechs Tage nach der Ansteckung aus. Betroffene entwickeln schnell hohes Fieber, leiden unter Schüttelfrost und Atemnot und bekommen starken Husten. Um die Therapie mit Antibiotika möglichst gezielt zu gestalten und andere Ursachen für die Lungenentzündung auszuschließen, empfehlen Expert*innen des RKI gezielte Tests auf Legionellen. Dazu eignen sich Laboruntersuchungen von Atemwegssekret sowie ein Urin-Antigen-Test (UAT) Dabei setzen Mediziner*innen im Labor hergestellte Antikörper ein, um die im Urin ausgeschiedenen Legionellen-Antigene nachzuweisen. Bei schweren Lungenentzündungen können ergänzend weitere mikrobiologische Untersuchungen erfolgen.

