Immer wieder frieren: Wechseljahre oder Schilddrüse?

Bei sommerlichen Temperaturen immer wieder frösteln? Was ungewöhnlich klingt, kann bei Frauen in den Wechseljahren handfeste körperliche Ursachen haben. Denn die körpereigene Hormonumstellung geht nicht bei allen Frauen mit Hitzewallungen einher. Manche erleben stattdessen innere Kältewellen oder frieren vermehrt. Solche Beschwerden können jedoch auch durch eine Unterfunktion der Schilddrüse verursacht werden. Bluttests helfen bei der Ursachenklärung.

Frühe Wechseljahre mit Labortests erkennen

Was genau dazu führt, dass sich Hitze- und Kälteempfinden in den Wechseljahren verändern können, wissen Mediziner*innen noch nicht im Detail. Einigkeit besteht jedoch darüber, dass sich die Hormonumstellungen auf die Temperaturregulation im vegetativen Nervensystem auswirken. Leitlinien zufolge sollen Wechseljahre vorrangig anhand der klinischen Symptome festgestellt werden. Labortests zur Bestimmung von Hormonspiegeln empfehlen die Fachleute jedoch für Frauen zwischen 40 und 45 Jahren mit Wechseljahrbeschwerden wie Hitzewallungen oder Zyklusveränderungen. Auch bei Frauen unter 40 Jahren mit Hinweisen auf eine vorzeitige Ovarialinsuffizienz wie zum Beispiel das Ausbleiben der Monatsblutung kommt die FSH-Bestimmung zum Einsatz. Die frühzeitige Diagnose ist wichtig, denn der vorzeitige Hor-monmangel geht langfristig mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher.

Bluttest erkennt Schilddrüsenunterfunktion

Wie gut die Schilddrüse arbeitet, lässt sich unter anderem anhand bestimmter Hormone im Blut beurteilen. Dazu gehören der TSH-Wert und die Schilddrüsenhormone T3 und T4. TSH steuert die Hormonproduktion in der Schilddrüse. Bei einer manifesten Unterfunktion produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone; typischerweise sind die Werte der Schilddrüsenhormone erniedrigt und der TSH-Wert erhöht. Eine Hypothyreose lässt sich mit Medikamenten in der Regel gut behandeln.

Weitere Informationen zu diesen Themen