Blut- und Urintests spüren Gesundheitsrisiken auf
Manche Infektionen, die eine Schwangerschaft gefährden können, verursachen werdenden Müttern keine Beschwerden oder stammen bereits aus der Zeit vor der Schwangerschaft. Dazu gehören auch Chlamydien. Die häufige bakterielle Infektion verläuft oft ohne Symptome, sodass Frauen die Erkrankung in etwa 80 Prozent der Fälle nicht bemerken. Die Erreger können jedoch zu schweren Schwangerschaftskomplikationen führen. Im Rahmen der ersten Vorsorgeuntersuchung erfolgt daher ein Urintest auf Chlamydien, sodass die Infektion bei Bedarf behandelt werden kann. Möglichst früh in der Schwangerschaft sollte zudem ein Bluttest auf Antikörper gegen Syphilis erfolgen (LSR-Test). Eine Infektion lässt sich mit Antibiotika behandeln und schützt so das Ungeborene vor Schäden. Leitlinien empfehlen zudem einen Nachweis über Antikörper gegen Röteln, falls unklar ist, ob die Schwangere eine ausreichende Immunität besitzt. Röteln können schwere Fehlbildungen beim Ungeborenen verursachen.
Keuchhusten: Nestschutz für Neugeborene
Zu den wichtigen Schutzimpfungen in der Schwangerschaft gehört die Impfung gegen Keuchhusten. Damit schützen Schwangere vor allem das Ungeborene vor Ansteckung: Nach der Impfung bildet das Immunsystem der werdenden Mutter Antikörper, die sich auf das Ungeborene übertragen. Das ist wichtig, denn die Infektion ist weit verbreitet und sehr ansteckend. Am häufigsten erkranken Säuglinge im Alter von unter einem Jahr – sie können jedoch frühestens ab einem Alter von zwei Monaten selbst gegen Pertussis geimpft werden. Studien belegen: Ohne Impfung der Mutter erkranken 11 von 10.000 Säuglingen an Keuchhusten. Wird die Mutter während der Schwangerschaft geimpft, sinkt diese Zahl auf 1 von 10.000 Säuglingen.

