Nierenschwäche mit Urintests auf der Spur
Eine der wichtigsten Aufgaben der Nieren ist ihre Entgiftungsfunktion. Sie filtern Giftstoffe und Abfallprodukte des Stoffwechsels aus dem Blut, die dann über den Urin ausgeschieden werden. Als Filter dienen kleinste Blutgefäße, die durch winzige Kanäle miteinander verbunden sind. Bei einer chronischen Nierenerkrankung nimmt dieses Gewebe Schaden. Nierenerkrankungen verlaufen häufig lange Zeit ohne Beschwerden. Erste Hinweise auf eine nachlassende Filterleistung der Nieren geben Urinuntersuchungen. Mittels Teststreifen können Ärzt*innen Eiweiße im Urin nachweisen, etwa im Rahmen des Gesundheits-Check-ups, den Versicherte im Alter ab 35 Jahren alle drei Jahre kostenfrei in Anspruch nehmen können.
Genaue Diagnose braucht UACR-Test
Wie gut die Nieren noch arbeiten, lässt sich mit Hilfe der glomerulären Filtrationsrate abschätzen (eGFR). Dieser Wert errechnet sich aus unterschiedlichen Faktoren und gibt an, wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern. Expert*innen zufolge können normale Filterwerte eine CKD jedoch nicht in jedem Fall ausschließen. Leitlinien empfehlen daher, zusätzlich das Verhältnis von Albumin- und Kreatininkonzentration im Urin bestimmen zu lassen (UACR-Test). Das Eiweiß Albumin im Urin weist eindeutig auf eine Nierenschwäche hin. Der Wert kann jedoch zum Beispiel durch hohe Trinkmengen verzerrt werden. Kreatinin hingegen scheidet der Körper relativ konstant aus. Der Vergleich beider Werte erlaubt es, mögliche Verdünnungseffekte herauszurechnen und die Albuminkonzentration präzise zu bestimmen.

