Antibiotika: Mit Labortests gegen Resistenzen

Resistenzen gegen Antibiotika nehmen weltweit zu. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO geht weltweit bereits jede sechste bakterielle Infektion auf Erreger zurück, gegen die gängige Antibiotika nicht mehr wirken. Auch in Deutschland ist dies ein ernstes Problem: Schätzungen zufolge sind im Jahr 2019 rund 10.000 Menschen an Infektionen mit antibiotikaresistenten Erregern gestorben. Ein sorgfältiges Infektionsmanagement und der gezielte Einsatz von Antibiotika werden daher immer wichtiger. Dabei spielen Labortests eine wesentliche Rolle, so das IPF zur Weltantibiotika-Woche.

Gezielter Antibiotika-Einsatz notwendig

Je häufiger Antibiotika eingesetzt werden, desto besser können sich Bakterien an die Wirkstoffe anpassen. Zu den wichtigsten Maßnahmen gegen Resistenzen gehört daher die besonnene Nutzung der Medikamente. Zwar ist der Antibiotikaverbrauch in Deutschland im internationalen Vergleich insgesamt eher niedrig. Allerdings kommen vergleichsweise häufig Breitbandantibiotika zum Einsatz, die gleich gegen mehrere Erreger wirken – auch, wenn das nicht erforderlich ist. Viele Patient*innen hoffen zudem, mit Antibiotika auch bei Virus-Infektionen wie Erkältungen schneller zu genesen. Die Medikamente wirken jedoch ausschließlich gegen Bakterien.

Labortests für rationale Antibiotika-Verordnung

Etwa 85 Prozent der Antibiotika werden in der ambulanten Versorgung verschrieben. Damit Ärzt*innen zielgerichtet ein wirksames Medikament wählen können, stehen neben umfassenden Datenbanken zur Resistenzlage auch Labortests zur Verfügung. Mit ihnen bestimmen die Mediziner*innen zunächst, um welche Erreger es sich handelt. Ein Antibiogramm gibt anschließend Aufschluss über mögliche Resistenzen. Expert*innen der Deutschen Antibiotika-Strategie DART 20230 fordern zudem, Testmethoden zu entwickeln und einzusetzen, die möglichst unmittelbar in der ärztlichen Praxis schnell und zuverlässige Verordnungen ermöglichen.

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