Compliance kontrollieren
Nach einer Zöliakie-Diagnose trägt nur eine konsequent glutenfreie Ernährung dazu bei, dass sich Lebensqualität verbessert und iene klinische und histologische Remission eintritt. Nicht immer gelingt des den Betroffenen jedoch, ihre Ernährung so strikt wie nötig umzustellen. Viele Fachärzte wünschen sich daher eine einfache Methode, um die Compliance der Patienten zu überprüfen. Die serologischen Tests, mit denen die Erkrankung diagnostiziert wird, eigenen sich zur Verlaufskontrolle jedoch nicht. Auch Biopsien liefern nur begrenzt aussagekräftige Ergebnisse. Als invasive Maßnahmen sind sie als Instrument zur regelmäßigen Kontrolle ohnehin kaum vertretbar.
Urin- und Stuhltests in der Entwicklung
Spanische Wissenschaftler untersuchten nun die Studienlage zu alternativen Monitoring-Methoden. Unkomplizierter und für die Patienten wesentlich weniger belastend als Biopsien wären Urin- und Stuhltests. Im Labor lässt sich aus entsprechenden Proben die Konzentration der Gluten Immunogentic Peptides (GIP) nachweisen. Der Grund: Diese Bestandteile des Glutens baut der Organismus im Darm zu einem relevanten Anteil nicht ab und scheidet GIP dann über den Stuhl und - in geringerem Umfang - über den Urin aus. Studien haben gezeigt, dass die Menge des mit der Nahrung aufgenommenen Glutens mit der Menge der im Stuhl bzw. im Urin detektierbaren GIP korreliert. Ein solcher quantitativer Nachweis würde Ärzten helfen, ihre Patienten therapeutisch besser zu führen. Die Wissenschaftler aus Spanien hoffen auf die Entwicklung entsprechender Point of Care-Tests. Diese sollen zeitnahe Ergebnisse über den genauen Umfang einer möglichen Glutenaufnahme liefern.
Quelle:
Medical Tribune, 03. März 2017
