Zöliakie bei Kindern – zuverlässige Diagnose mit Bluttest

Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, kein Appetit und schwache Muskeln: Vermuten Ärzte hinter diesen Symptomen bei Kindern eine Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie), musste bisher eine Magenspiegelung den Krankheitsverdacht bestätigen. Eine große internationale Studie konnte nun zeigen: Ein Bluttest liefert bei mehr als jedem zweiten der kleinen Patienten eine zuverlässige Diagnose.

Kleiner Junge mit Bauchweh sitzt auf Bett

Kombinierte Bluttests

Etwa ein Prozent der Kinder und Jugendlichen in Europa vertragen das Getreideeiweiß etwa aus Weizen, Roggen und Gerste nicht. Ihr Immunsystem reagiert heftig, auf Dauer kommt es zu Schäden an der Dünndarmschleimhaut. Eine Blutuntersuchung auf Auto-Antikörper gegen Gewebs-Transglutaminase (tTGA-IgA) gibt erste Hinweise auf die Autoimmunerkrankung. Mediziner um ein Forscherteam an der Kinderklinik der Uniklinik München konnten nun zeigen, dass eine Kombination aus sehr hohen tTGA-IgA-Werten im Blut (über dem Zehnfachen des Normwertes) und positiven EMA-IgA in einer zweiten Blutprobe bei Kindern mit Symptomen eine sichere Zöliakie-Diagnose erlaubt. Für die Untersuchung werteten die Mediziner im Rahmen der multizentrischen Studie ProCeDE Daten, Labor- und Gewebeproben von mehr als 700 Kindern und Jugendlichen mit positiven Zöliakie-Autoantikörpern aus. Insgesamt beteiligten sich 33 Kliniken aus 21 Ländern an der prospektiven Studie.

Zuverlässige Ergebnisse

Die Bluttests lieferten unabhängig vom Land und dem verwendeten serologischen tTGA-IgA Test zuverlässige Ergebnisse. Insgesamt kamen in den Kliniken zehn und bei Überprüfung im Zentrallabor acht verschiedene Tests zum Einsatz. Alle Patienten, die die Kriterien für eine Diagnose ohne Biopsien erfüllten, wiesen die genetischen Risikomarker auf. Daraus folgern die Studienautoren, dass deren Bestimmung für die Diagnose nicht zwangsläufig erforderlich ist. Immer müssen jedoch die Auto-Antikörper in einer zweiten Blutprobe bestätigt werden, um seltene Verwechslungen auszuschließen. Bei einem über die Norm erhöhten tTGA-IgA-Wert, der jedoch unterhalb des Zehnfachen des Grenzwertes liegt, empfehlen die Studienautoren nach wie vor eine Magenspiegelung.

 

Quelle:

LMU München

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