Unentdeckte Unterfunktion steigert kardiales Risiko
Bei 10 Prozent der über 80-Jährigen steigt der TSH-Wert auf mehr als 4,5 mU/l. Der basale TSH-Spiegel und das freie T3 (fT3) im Serum sinken, während die inaktive Form (reverse T3, rT3) sich erhöht. Nur der Gesamt- sowie fT4-Wert stagniert, so Fachärzte. Eine manifeste Hypothyreose zeichnet sich durch erniedrigte fT3 und fT4 und erhöhtes basales TSH aus. Altershypothyreosen treten am häufigsten im Rahmen einer Autoimmunthyreoditis vom Typ Hashimoto, einer inadäquat durchgeführten Substitutionstherapie mit Schilddrüsenhormonen, nach Schilddrüsenoperationen, Radiojodbehandlungen oder Thyreostatikatherapien auf. Sie verlaufen schleichend, die Symptome werden häufig fälschlicherweise für alterungsbedingte Prozesse gehalten. Eine Hypothyreose verändert das Lipidprofil und erhöht dadurch das Risiko für eine Arteriosklerose sowie für kardiale Funktionsstörungen und neurophysiologische Veränderungen.
Bei Überbehandlung droht Herzinsuffizienz
Bei einer Überfunktion der Schilddrüse im Alter kommt es zu erhöhten fT3 und fT4 sowie niedrigem TSH. Häufig folgt die Hyperthyreose auf eine Überbehandlung mit Schilddrüsenhormonen oder eine Jodbelastung z.B. mit jodhaltigem Kontrastmittel oder Amiodaron. Sie kann asymptomatisch verlaufen oder verschiedene Beschwerden auslösen. Besteht eine Oligosymptomatik, verwechselt man die Hyperthyreose häufig mit anderen altersbedingten Erkrankungen. Selbst asymptomatisch wirkt sich die Schilddrüsenüberfunktion auf das Herz und das Skelettsystem aus und kann unbehandelt zu einer linksventrikulären Hypertrophie bis hin zur Herzinsuffizienz und erhöhten Mortalität bzw. zu einer Osteoporose führen.
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