Personalisierte Therapie bei Brustkrebs: länger krebsfrei überleben

Mit etwa 75.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Hat der Krebs bereits gestreut, sinken die Aussichten auf Heilung und die Lebenserwartung. Studiendaten zeigen: Durch Medikamente, die auf das individuelle genetische Profil der Tumore zugeschnitten sind, lässt sich die Behandlung von Frauen mit metastasierendem Brustkrebs deutlich verbessern.

Das Foto zeigt den Torso einer jungen Frau. Sie trägt einen weißen BH mit rosa Awareness-Schleife für Brustkebs.
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Genaue Anlayse der Tumor-Gene ermöglicht präzise Therapie

Im Zuge der CATCH-Studie analysierten Wissenschaftler*innen vom Nationalen Tumorcentrum Heidelberg (NCT Heidelberg), vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), von der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg und vom Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) die Daten von insgesamt 558 Patient*innen mit metastasierendem Brustkrebs. Dazu analysierten die Forschenden unter anderem das gesamte Erbgut des Tumors sowie auch die Tumor-RNA.

Krankheitsfortschritt länger aufgehalten

Die Genanalyse der Tumoren ergab: Fast jede zweite Betroffene (44 Prozent) konnte eine Behandlung mit Wirkstoffen bekommen, die gezielt auf die Besonderheiten ihres Tumors abgestimmt war. Besonders bemerkenswert: Bei einem Drittel der Patientinnen konnte diese Therapie das Fortschreiten der Erkrankung für eine gewisse Zeit verhindern. Die  progressionsfreie Überlebenszeit war im Vergleich zur Standardtherapie um 50 Prozent länger.

Präzisionsonkologie für alle technisch machbar und medizinisch sinnvoll

Die Studienautor*innen sind überzeugt: Die Ergebnisse zeigen, dass eine ganzheitliche molekulare Analyse klinisch relevante Vorteile für Patientinnen bringt. Im Rahmen der CATCH-Studie ist es in ihren Augen zudem gelungen, die molekulare Diagnostik mit klinischer Entscheidungsfindung eng zu verzahnen. Die Studie unterstreicht, dass Präzisionsonkologie in der Routineversorgung technisch machbar und medizinisch sinnvoll ist. 

 

Quelle:

Deutsches Krebsforschungszentrum DKFZ

 

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