Nierensteine: für die Analyse reicht schon Nachturin

Nicht selten fordern Mediziner von Patienten mit Nierensteinen zur Analyse den 24-Stunden-Urin an. Dies gilt vor allem, wenn die Betroffenen immer wieder Rezidive erleiden. Urologen an der US-amerikanischen Cleveland Clinic stellten fest, dass für die Analyse offenbar auch der Nachturin ausreicht.

24-Stunden-Urin steigert Risiko für verfälschte Resultate

Laut den Medizinern um Dr. Brian Hinck von der Cleveland Clinic haben Studien ergeben, dass eine Wiederholung des Tests wesentlich bessere Resultate liefert als eine einmalige Bestimmung des 24-Stunden-Urins. Für die Patienten bedeuten die wiederholten Tests jedoch eine hohe Belastung, da sie gleich mehrmals den ganzen Tag über ihren Urin auffangen müssen. Wer nicht gerade in Rente oder arbeitslos ist, wird diese Aufgabe daher aufs Wochenende verlagern. Dann sind jedoch Ernährungs- und Lebensbedingen mitunter deutlich anders als unter der Woche, was die Resultate verfälschen kann, vermuten die US-Urologen. Besser wäre also eine Methode, die es den Patienten erlaubt, ihren Urin auch unter der Woche ohne Probleme zu sammeln.

Hohe Korrelation festgestellt

Die Forscher prüften in einer prospektiven Studie, ob womöglich die Analyse des Nachturins ausreicht. Neben der praktischen Erleichterung für die Patienten sprechen auch medizinische Faktoren für dieses Verfahren: Nachts ist der Urin in der Regel konzentrierter als tagsüber, dies könnte die Aussagekraft steigern. 35 Patienten mit Urolithiasis sammelten sowohl Wochentags als auch am Wochenende 24-Stunden-Urin jeweils in einen Behälter für Tag- und für Nachturin. Im Labor prüften die Ärzte die Werte von Kalzium, Oxalat, Zitrat, Harnsäure und Kreatinin. Anhand insgesamt 49 kompletter Proben stellten sie eine deutliche Korrelation zwischen 24-Stunden- und Nachturinwerten fest. Unterschiede zwischen Werktagen und Wochenenden gab es jedoch praktisch keine. Die Ergebnisse wollen die Forscher nun in größeren Studien evaluieren.

 

Quelle:

Ärztezeitung online

 

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