Neuer Bluttest erkennt Bauchspeicheldrüsenkrebs frühzeitig

Bauchspeicheldrüsenkrebs wird häufig erst spät erkannt. Wissenschaftler*innen haben nun einen neuen Bluttest entwickelt, der das ändern kann. Außerdem haben sie Hinweise entdeckt, die die Therapie von Bauchspeicheldrüsenkrebs verbessern könnten.

Mann mit Bauchschmerzen
Darko Djurin | Pixabay

Drei microRNAs zeigen im Bluttest Erkrankung an

Rund 20.200 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an Bauchspeicheldrüsenkrebs, auch Pankreaskarzinom genannt. Da die aggressive Krebsart lange keine Beschwerden verursacht, fällt die Erkrankung häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium auf. Die Erfolgsaussichten der Therapie sind dann meist gering. Nur elf Prozent der Erkrankten sind fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben. Früherkennung ist bisher nur mit bildgebenden Verfahren wie MRT oder Ultraschall möglich, einen Anspruch darauf haben Personen mit einem erhöhten familiären Risiko. Nun ist es einem Team von Wissenschaftler*innen am Magdeburger Forschungscampus STIMULATE gelungen, mithilfe einer Kombination aus Bildgebung und genetischen Analysen drei sogenannte microRNAs im Blut zu identifizieren, die schon frühzeitig zuverlässig eine Erkrankung anzeigen.

Heilungschancen sind bei Früherkennung viel höher

Außerdem konnte das Team erstmals zwei unterschiedliche Subtypen von Bauchspeicheldrüsenkrebs unterscheiden, für die jeweils eine andere Therapie besonders sinnvoll erscheint: Während bei dem einen Subtyp eine Immuntherapie angezeigt ist, erfordert der andere eine gezieltere medikamentöse Behandlung. Der neue Test und die verbesserten Therapieansätze versprechen insgesamt höhere Heilungschancen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ehe der Bluttest allerdings in der medizinischen Praxis zum Einsatz kommen kann, muss er sich noch in größeren klinischen Studien beweisen.

Quelle: Universität Magdeburg

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