Therapie an den Zustand der Patienten anpassen
Unter den über 70-Jährigen haben 60 Prozent der Männer und über 70 Prozent der Frauen eine Hypertonie. Studien belegen, dass diese Patienten von einer antihypertensiven Therapie profitieren. Allerdings erfordert ihre Behandlung deutlich mehr Fingerspitzengefühl und sollte sich vor allem am Fitnesszustand des Patienten orientieren. Die Präventions-Guideline der ESC aus dem Jahr 2016 empfehlen, bei über 80-Jährigen mit einem systolischen Ausgangsblutdruck von 160 mmHg oder höher den Blutdruck auf Werte von 140 bis 150 mmHg zu senken. Das gilt jedoch nur, sofern die Patienten in gutem physischem und mentalem Zustand sind.
Möglichst früh beginnen
Bei älteren gebrechlichen Patienten, bei denen man sich für eine Therapie entscheidet, wird zu einer besonders vorsichtigen Vorgehensweise mit regelmäßigen Kontrollen geraten. Mit der antihypertensiven Therapie sollte bei Senioren so früh wie möglich begonnen werden. Beide Faktoren zusammen bringen erfreuliche Behandlungserfolge: Das zeigt die HYVET-Studie: Nach einem medianen Follow-up von 1,8 Jahren und deutlicher Senkung der Blutdruckwerte um rund 15/8 mmHg (Ziel: 150/80 mmHg) war das Risiko tödlicher Schlaganfälle um 39 Prozent, das Risiko für Herzinsuffizienz um 64 Prozent und die Gesamt-Mortalität um 21 Prozent verringert .
Die Nierenfunktion im Blick behalten
Nach Beginn einer antihypertensiven Therapie sollten die behandelnden Ärzte immer auch auf die Nierenfunktion achten, gerade bei älteren Risikopatienten. Dazu empfehlen sich regelmäßige Labortests, mit denen die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) untersucht wird. Wichtig: Um zu prüfen, ob und wie stark die Werte unter der antihypertensiven Therapie abfallen, muss bereits vor der Medikamentengabe ein Ausgangswert erhoben werden. Experten raten dazu, bei einem Abfall der GFR von 30 Prozent oder mehr die Medikamenten-Dosis zu reduzieren oder die Therapie ganz zu beenden.
Quelle:
