Biomarker verbessern Therapieaussichten bei Ovarialkarzinom

Patientinnen mit Ovarial¬karzinom profitieren von zielgerichteter Therapie auf Basis von molekulardiagnostischer Verfahren: Ein BRCA-mutierter rezidivierter Eierstockkrebs spricht besser auf bestimmte Medikamente an als BRCA-Wildtyp-Tumore. Internationale Leitlinien und Experten empfehlen daher: Jede Patientin sollte bereits bei Erstdiagnose auf BRCA1/2-Mutationen getestet werden.

Günstigere Prognose dank treffsicherer Therapie

Die BRCA-mutierten Ovarialkarzinome gehen laut Studienergebnissen mit einer relativ günstigen Prognose einher: Betroffene Patientinnen leben gemäß einer gepoolten Analyse von 26 Beobachtungsstudien signifikant länger als Patientinnen mit BRCA-Wildtyp-Tumoren. Das berichtete Professor Dr. Eric Pujade-Lauraine von der Universitätsklinik Hôtel-Dieu. Die bessere Prognose führen Mediziner auf die erhöhte Sensitivität gegenüber Platinsalzen zurück. Der Nachweis von BRCA-Mutationen hat demnach therapeutische Implikationen, betonte Prof. Pujade-Lauraine.

Breite Testung empfohlen

Die neuen Therapieoptionen machen laut Prof. Pujade-Lauraine eine breite genetische Testung von Patientinnen mit Ovarialkarzinom auf BRCA-Mutationen erforderlich. So sehen es auch internationale Leitlinien vor. Sie empfehlen die BRCA-Testung bei Diagnosestellung für alle Patientinnen unabhängig von Alter, Familienanamnese und Histologie. Auch Studienergebnisse sprechen laut Prof. Pujade-Lauraine dafür, nicht nur Frauen mit positiver Familienanamnese oder junge Patientinnen molekulardiagnostisch zu testen: Immerhin sind mindestens 25 Prozent aller BRCA-Mutationsträgerinnen älter als 60 Jahre und bis zu 40 Prozent familiär nicht vorbelastet.
 

Quelle:

Medical Tribune

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