Atypische oder fehlende Symptome
Bei fast jedem zweiten Hämodialyse-Patienten, der mit Verdacht auf Herzinfarkt stationär aufgenommen wird, ist bei Eintritt keine Diagnose gestellt worden. Bei Nierengesunden ist das nur bei 20 Prozent der Fall. Dabei tragen Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz das höchste kardiovaskuläre Risiko: Es ist fast 20 Mal so hoch wie bei Nierengesunden, das Sterberisiko ist um das 15-fache erhöht. Erschwert wird die frühzeitige Diagnose eines ACS bei Niereninsuffizienz durch oftmals fehlende oder atypische Symptome wie einem plötzlichen Leistungsknick. Es wird daher empfohlen, die Diagnostik bei einer fortgeschrittenen chronischen Niereninsuffizienz großzügig anzugehen: Stress-Echo und Szintigraphie sind geeignete Diagnostika. Während sich bei Nierenpatienten ein EKG nicht für den Ausschluss einer KHK eignet, da dies in der Regel unauffällig ist, bleiben die klassischen Biomarker Troponin T (hs-Tnt) und BNP relevant.
Grenzwert für den Troponin-Spiegel erhöhen
Um aussagekräftige Daten zu einer möglichen kardialen Schädigung zu erhalten, sollten die Messwerte allerdings die verminderte glomeruläre Filtrationsrate berücksichtigen und Grenzwerte entsprechend hochgesetzt werden. Als Faustregel gilt: Ein Anstieg des Troponin-Spiegels auf das 2,8-fache innerhalb von drei Stunden weist auf ein akutes Koronarereignis hin. Bleibt der Anstieg darunter, kann ein Infarkt nahezu ausgeschlossen werden.
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