Zöliakie: In bestimmten Fällen reicht Bluttest zur Diagnose

Zöliakie ist eine immunologische Erkrankung des Dünndarms. Das in bestimmten Getreidesorten enthaltene Eiweiß Gluten löst bei Betroffenen eine Entzündung im Darm aus. Zur Diagnostik gehört neben Laboruntersuchungen auch eine Gewebeprobe aus dem Dünndarm (Biopsie). Eine neue Leitlinie der Europäischen Zöliakie-Gesellschaft beschreibt nun, wann zur Diagnose ein Bluttest reicht.

Antikörperwert in bestimmten Fällen ausreichend

Nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes liegt die Häufigkeit der Zöliakie hierzulande bei 1:200 Menschen bis 1:300 Menschen. Für manche Patient*innen mit Verdacht auf Zöliakie kann die Diagnose zukünftig auch ohne eine Gewebeprobe aus dem Dünndarm sicher gestellt werden. Das gilt immer dann, wenn die Konzentration (Titer) der Transglutaminase-Antikörper im Blutserum den oberen Normwert um mindestens das Zehnfache überschreitet. Zur Sicherheit muss dieser Test zwei Mal durchgeführt werden und beide Male ein entsprechendes Ergebnis vorliegen.

Bluttest mit zuverlässigem Ergebnis

Dieser sogenannte No-Biopsy-Ansatz ermöglicht einer Stude zufolge eine sichere Diagnose der Zöliakie. Eine Studie ergab:  Bei nahezu allen Erwachsenen, bei denen ein mindestens zehnfach erhöhter Transglutaminase-IgA-Titer gemessen wurde, fanden sich für die Zöliakie typischen Veränderungen an der Schleimhaut des Zwölffingerdarms. Damit liegt der Vorhersagewert der No-Biopsy-Diagnostik per Bluttest bei 98,7 Prozent.