Weniger Krebstote in der Europäischen Union

Laut einer internationalen Forschergruppe wird die Sterberate für Krebserkrankungen in der Europäischen Union sinken. Die Wissenschaftler aus Italien, der Schweiz und den USA berechneten, dass in den vergangenen 30 Jahren mehr als vier Millionen krebsbedingte Todesfälle in der EU verhindert werden konnten. Sie führen diese positive Entwicklung neben neuen Therapiemöglichkeiten auch auf verbesserte Möglichkeiten der Früherkennung zurück.

Sterberate sinkt bei Frauen langsamer

Die Forscher werteten die Krebsdaten der Weltgesundheitsorganisation von 1970 bis 2012 aus. Auf Basis dieser Zahlen errechneten sie, wie viele EU-Bürger im Jahr 21017 wahrscheinlich sterben werden. Das Ergebnis: Insgesamt sinkt die Sterberate für Krebs in der EU - allerdings bei Männern und Frauen unterschiedlich stark. Während die Krebs-Sterberate bei Männern voraussichtlich um acht Prozent niedriger liegen wird als 2012, nimmt sie bei Frauen nur um vier Prozent ab. Der Grund: Immer mehr Frauen erkranken an Lungenkrebs, da auch immer mehr Frauen rauchen. Der Prognose zufolge steigt in Deutschland die Lungenkrebs-Sterberate bei Frauen 2017 um knapp neun Prozent im Vergleich zu 2012, während sie bei Männern in ähnlichem Maße sinkt.

Früherkennung verbessern

Aber nicht nur bei den Geschlechtern unterscheidet sich der von den Wissenschaftlern berechnete Trend zu weniger Krebstoten. Es kommt für die Patienten auch darauf an, in welchem europäischen Land sie leben. So beobachteten die Wissenschaftler bei der Datenauswertung, dass die Sterberaten bei Krebs in den Ländern der EU sich sehr unterschiedlich entwickeln. Darum fordert Studienleiter Prof. Carlo La Vecchia unter anderem auch, dass europaweit die Früherkennung verbessert wird, zum Beispiel mit organisierten Einladungsverfahren. Patienten selbst haben es hierzulande aber auch in der Hand, die Vorsorge zu verbessern – indem sie die Angebote der gesetzlichen Krankenkassen zur Früherkennung konsequent nutzen und ihre Vorsorgetermine sorgfältig planen.

 

Quelle:

Eureka Alert