Neue Impfempfehlung für Haemophilus influenzae (Hib)

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut rät bestimmten Personen mit unter anderem chronischen Leber- und Nierenerkrankungen oder in prekären Wohnsituationen, sich gegen Haemophilus influenzae Typ B impfen zu lassen. Hintergrund ist ein aktueller Ausbruch in Norddeutschland.

Hand mit Spritze
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Unbekannt, selten, lebensbedrohlich

Haemophilus influenzae Typ B, kurz Hib, gehört zu den weniger bekannten Krankheiten. Das liegt auch daran, dass sich die bakterielle Infektion unterschiedlich auswirken kann, unter anderem kann es zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis), Lungenentzündung oder Sepsis kommen. Rund fünf Prozent der von einer invasiven Infektion Betroffenen sterben, wenn sie nicht zügig Antibiotika erhalten. Seit 1990 empfiehlt die STIKO Impfungen gegen Hib in den ersten zwei Lebensjahren sowie für Menschen mit eingeschränkter Milzfunktion. Ab sofort empfiehlt sie die Impfung außerdem allen Menschen ab fünf Jahren, „die im Zusammenhang mit ­einem Ausbruchsgeschehen einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind und bei denen ein medizinisch­ begründbares erhöhtes Risiko für eine invasive Hib-Erkrankung, beispielsweise aufgrund von Drogenkonsum, prekärer Wohnsituation/Wohnungslosigkeit, chronischer Leber- oder Nierenerkrankung oder Mangelernährung besteht.“

Aktueller Hib-Ausbruch in Norddeutschland

Seit Oktober 2024 kommt es im Norden Deutschlands vermehrt zu Hib-Infektionen. Insgesamt sind bis Mitte August 2025 16 Personen erkrankt, davon elf in Hamburg. Die Behörden zählen drei Todesfälle. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion. Weil bei einer Hib-Infektion schnelle Hilfe wichtig ist, rät das RKI potenziell Betroffenen, bei Fieber, Erbrechen, Nacken- oder Kopfschmerzen sofort medizinische Hilfe zu suchen. Vor Einführung der Impfempfehlung war Hib der häufigste Erreger einer bakteriellen Meningitis im Kindesalter. Heute erkranken vor allem ältere Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie – aktuell – Drogenkonsument*innen, Wohnungslose sowie chronisch an Leber oder Nieren erkrankte Menschen.

 

Quelle: Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 34/2025

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