Künstliche Hüfte: wann Experten regelmäßige Bluttests empfehlen

Für Menschen mit Gelenkverschleiß im Hüftgelenk ermöglichen künstliche Gelenke in der Regel endlich wieder schmerzfreies Bewegen. Bestehen die künstlichen Gelenkoberflächen der sogenannten Endoprothesen aus Metall, raten Fachmediziner jedoch nach der Operation zu regelmäßigen Bluttests. Auf Dauer können Metallpartikel ins Blut und ins umliegende Gewebe gelangen.

Ärzte mit einem Skelett-Modell des Hüftgelenks

Risiko Metallabrieb in künstlichen Gelenken

Mit verschiedenen Materialkombinationen stellen künstliche Gelenke die Mechanik natürlicher Gelenke nach. Der künstliche Gelenkkopf und die künstliche Gelenkpfanne reiben dennoch direkt aufeinander. Sind Kopf und Pfanne mit Metalllegierungen aus Kobalt und Chrom überzogen, können winzige Teile bei Bewegungen des Gelenks absplittern, sodass Kobalt und Chrompartikel in den Organismus gelangen. Dies kann zu Entzündungen des Herzmuskels führen und Organe wie Leber, Milz, Nieren und Gehirn belasten. Darum setzten Mediziner diese Metall-Metall-Gleitpaarung (MoM) heute nur noch selten und in besonderen Fällen ein.

Regelmäßige Labortests auf Chrom und Kobalt empfohlen

Für Patienten, denen bereits eine MoM-Hüftprothese eingesetzt wurde oder diese bekommen müssen, empfehlen Mediziner jährliche Bluttests. Anhand der Konzentration von Chrom und Kobalt im Blut lässt sich abschätzen, ob und wie sehr das künstliche Gelenk unerwünschte Wirkung entfaltet. Betroffene sollten sich mit ihrem Arzt beraten und die Möglichkeiten der Kostenübernahme klären. Zudem bieten viele Fachkliniken Sprechstunden speziell für Patienten mit Gelenkprothesen an. Sie können auch zu Fragen rund um die Nachsorge bei MoM-Prothesen beraten.

 

Quellen:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Techniker Krankenkasse