Gewichtszunahmen zwischen Schwangerschaften fördert Diabetes

Bereits zwei Kilo reichen: Legen Frauen zwischen der ersten und der zweiten Schwangerschaft an Gewicht zu, steigt ihr Risiko, in der zweiten Schwangerschaft Diabetes zu entwickeln. Zu diesem Ergebnis kommen norwegische Mediziner in einer Studie. Das höhere Risiko besteht selbst dann, wenn die Schwangeren einen normalen BMI haben.

Gut ein Drittel der Frauen mit mehr Gewicht

Die Forscher werteten die Daten von mehr als 24.000 Müttern aus, die zwischen 2006 und  2014 die ersten beiden Male schwanger waren.  Dabei zeigte sich: 36 Prozent der Frauen nahm zwischen den Schwangerschaften an Gewicht zu, sodass ihr BMI um eine Einheit anstieg. Bei ihnen stellten Mediziner während der zweiten Schwangerschaft doppelt so häufig Schwangerschaftsdiabetes fest wie bei Müttern, deren Gewicht zwischen den ersten beiden Schwangerschaften stabil blieb. Das Diabetes-Risiko hängt zudem offenbar stark vom Ausmaß der Gewichtszunahme ab: Wessen Gewicht im BMI um mindestens vier Einheiten nach oben kletterte, muss den Forschern zufolge mit einem fünffach erhöhten Risiko für Schwangerschaftsdiabetes rechnen.

 

Schwangere mit Gewichtsschwankungen regelmäßig auf Diabetes untersuchen

Schwangerschaftsdiabetes verschwindet zwar in der Regel nach der Entbindung. Dennoch stellen erhöhte Blutzuckerwerte einen Risikofaktor dar. Um Komplikationen während der Schwangerschaft möglichst zu vermeiden, fordern die Mediziner: Frauen, die mehr als eine BMI-Einheit zwischen ihren Schwangerschaften zulegen, sollten unabhängig von ihrem Gewicht auf Schwangerschaftsdiabetes untersucht werden. Ein oraler Glukosetoleranztest zeigt, wie es um den Zuckerstoffwechsel bestellt ist. Mediziner vergleichen dazu den Zuckergehalt in mehreren Blutproben vor und nach der Einnahme von Glukose (Traubenzucker). Bei einer Diabetes-Diagnose helfen regelmäßige Blutzuckerselbstmessungen und Insulin, den Blutzuckerspiegel zu regulieren.

 

Quelle:

Medical Tribune vom 22.09.2017