Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge: HPV-Impfung wirkt

Humane Papillom-Viren (HPV) verursachen fast alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs. Eine Impfung schützt gegen besonders riskante HP-Viren und trägt nachweislich dazu bei, dass weniger Frauen an Gebärmutterhalskrebs erkranken. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler*innen bei der Auswertung von aktuellen Krankenkassendaten aus Deutschland.

Das Foto zeigt eine Gruppe von Jugendlichen, die in die Kamera blicken.
Robert Kneschke | Fotolia

Weniger Krebsvorstufen bei Frauen

Für den aktuellen Früherkennungsmonitor des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) werteten die Autor*innen die Daten von Versicherten der ersten drei Jahrgänge aus, die bei Einführung der HPV-Impfung im Jahr 2007 zwischen 13 und 15 Jahre alt waren und zum Ende des Auswertungszeitraumes 2024 ein Lebensalter von 30 Jahren erreicht hatten. Dabei zeigte sich: Bei Frauen, die in ihrer Jugend und Kindheit geimpft wurden, muss nur etwa halb so häufig eine Konisation durchgeführt werden wie bei nicht geimpften. Konisation bezeichnet das chirurgische Entfernen von auffälligem Gewebe, vorrangig von Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen, die durch chronische HPV-Infektionen entstehen.

Impfquote noch zu niedrig

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen zwischen dem 9. und dem 14. Lebensjahr.  Für den vollständigen Schutz benötigen Mädchen zwei Impfungen im Abstand von mindestens fünf Monaten. Die Weltgesundheitsorganisation strebt eine Impfquote von 90 Prozent bis zum Jahr 2030 an, um die Erkrankungszahlen an Gebärmutterhalskrebs deutlich zurückzudrängen. Daten des Robert Koch-Instituts zufolge liegt die Rate der vollständig geimpften 15-jährigen Mädchen hierzulande erst bei 54,6 Prozent.

Auch Jungen impfen lassen

Die HPV-Impfung wird seit 2018 auch für Jungen empfohlen. Der Grund: Hochrisiko-HPV sind auch an der Entstehung von Tumoren im Analbereich, in Hals und Rachen sowie am Penis beteiligt. Zudem gehören sie zu den Erregern, die durch sexuelle Kontakte übertragen werden – und damit auch junge Männer treffen können. Die Impfquote bei 15-jährigen Jungen liegt bisher mit 34 Prozent noch deutlich unter der Impfquote bei jungen Frauen.

 

Quelle:

Deutsche Krebsgesellschaft

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