Chronische Erkrankungen: Krebsvorsorge für Menschen mit Adipositas besonders wichtig

Vorsorgemuffel und Übergewicht – diese Kombination kann gefährlich werden. Fachleuten zufolge steigern Übergewicht und Adipositas das Krebsrisiko womöglich deutlicher als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommen Expert*innen des Deutschen Krebsforschungszentrums DKFZ. Ihrer Analyse zufolge gehen mehr als zehn Prozent aller Krebserkrankungen auf erhöhtes Körpergewicht zurück – fast doppelt so viele wie bisherige Schätzungen vermuten ließen.

Das Foto zeigt einen Mann und eine Frau beim Spaziergang in einem Park. Die Sonne scheint, die Bäume haben erstes Grün an den Ästen.
World Obesity Federation

Verteilung des Körperfetts wichtiger als Gewicht allein

Die Forscher*innen des DKFZ untersuchten die Daten von 458.543 Frauen und Männern auf die Zusammenhänge zwischen Übergewicht und Krebs. Die Daten stammen aus der britischen UK Biobank und umfassen im Mittel einen Zeitraum von fast zwölf Jahren. In dieser Zeit traten bei den beobachteten Patient*innen mehr als 50.000 neue Krebserkrankungen auf. Bei der Auswertung der Daten nutzen die Wissenschaftler*innen zusätzlich zum des BMI auch den Taillenumfang sowie das Taille-Hüft-Verhältnis. Diese Kennzahlen geben anders als der BMI auch Hinweise auf die Verteilung des Körperfetts. Besonders im Bauchbereich produzieren Fettzellen Hormone, die den Stoffwechsel verändern. Bauchfett steht daher in engem Zusammenhang mit Entzündungsprozessen und anderen Mechanismen, die Krebs begünstigen können. 

Gesetzliche Krebsfrüherkennungsuntersuchungen nutzen

Adipositas ist eine chronische Erkrankungen. Bei Betroffenen vermehrt sich das Körperfett über das Normalmaß hinaus. Als adipös gelten Menschen ab einem BMI von 30 und höher. Für 13 Krebsarten ist inzwischen erwiesen, dass Adipositas das Erkrankungsrisiko erhöht. Dazu gehören unter anderem Darmkrebs und Brustkrebs. Beide Krankheiten zählen zu den Krebsarten, für die die Krankenkassen kostenlose Früherkennungsuntersuchungen bezahlen. Zur Darmkrebs-Früherkennung gehören Stuhltest und Darmspiegelung. Mit einem Stuhltest lässt sich unsichtbares Blut im Stuhl erkennen, das auf Darmkrebs hinweisen kann. Alternativ steht Versicherten ab einem Alter von 50 Jahren eine Darmspiegelung zu, bei der nicht nur die Darmschleimhaut auf Veränderungen untersucht wird, sondern Vorstufen an der Darmschleimhaut gleich mit entfernt werden können. Das kann Darmkrebserkrankungen sogar verhindern. Die Brustkrebsfrüherkennung umfasst Tastuntersuchungen der Brust. Manche Krankenkassen bezahlen auch eine Ultraschalluntersuchung der Brust, Ab einem Alter von 50 Jahren übernehmen alle Kassen zudem alle zwei Jahre die Kosten für eine Mammografie. 

 

Quelle:

Deutsches Krebforschungszentrum

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