Tuberkulose: 74 Prozent der Fälle in der Lunge

Nicht immer, aber am häufigsten trifft es die Lunge: 73,9 Prozent aller Tuberkulose-Fälle manifestieren sich nach aktuellen Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) dort. In 80 Prozent der Fälle diagnostizieren die Ärzte die hochansteckende offene Tuberkulose.

Gerenderter Männertorso auf blauem Hintergrund mit orange hervorgehobener Lunge veranschaulicht Tuberkulose.
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Ansteckung über winzige Tröpfchen möglich

Bei einer offenen Lungentuberkulose scheiden Erkrankte Tuberkulose-Erreger aus – vor allem beim Husten und Niesen. Die winzigen Tröpfchen messen mitunter weniger als fünf Mikrometer. Gelangen sie in die Luft, können andere Menschen sie einatmen. In der Regel ist Tuberkulose nach Angaben von Fachärzten nicht hochansteckend. Ob die Infektion ausbricht, hängt auch von der eigenen Gesundheit ab. Besonders gefährdet sind Menschen mit einer Immunschwäche, etwa durch eine HIV-Infektion oder aufgrund einer Chemotherapie. Unter- und Mangelernährung können die Immunabwehr ebenfalls schwächen.

Kampf gegen multiresistente Erreger

Multiresistente Tuberkulosen gehören heute zu den besonders schwer zu behandelnden Formen der Lungenkrankheit – die betroffenen Patienten bleiben deutlich länger infektiös. In seinem aktuellen Bericht beziffert das RKI den Anteil an Tuberkulose-Erkrankten, gegen deren Infektion gleich mehrere Medikamente nicht mehr wirkten, auf drei Prozent. Die Gefahr, an einer multiresistenten Tuberkulose zu erkranken, besteht vor allem für Patienten, die sich zum wiederholten Male mit der Krankheit infizieren. Die Auswertung des RKI zeigt: 15,5 Prozent der Patienten, die erneut gegen die Lungeninfektion behandelt werden müssen, kämpfen mit mehrfach resistenten Erregern. Bei Patienten, die erstmals erkrankt sind, stellen Ärzte im Labor in nur 2,4 Prozent der Fälle multiresistente Erreger fest.

 

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