Rechtzeitig zum Arzt
Nimmt man die chronischen und akuten Gelenkentzündungen zusammen, so sind in Deutschland fast 50.000 Minderjährige betroffen. Jedes Jahr erkranken etwa 1.500 Kinder neu – am häufigsten an Gelenkrheuma (juvenile idiopathische Arthritis, JIA). Da rheumatische Erkrankungen in jungen Jahren aber anders verlaufen als im Erwachsenenalter, fällt eine genaue Diagnose meist schwer. So sind rheumatypische Laborwerte im Kindesalter viel seltener erhöht als bei Erwachsenen. Bei unklaren und länger als sechs Wochen dauernden Gelenkbeschwerden sollten Eltern zur Abklärung einen erfahrenen Kinderrheumatologen hinzuziehen.
Labortests helfen bei Abklärung
Eine frühe Diagnose und Behandlung erhöht nicht nur die Chancen auf gute Behandlungsergebnisse. Sie reduziert auch die Gefahr, dass Gelenke oder Organe dauerhafte Schäden davontragen. Zwar gibt es den einen „beweisenden“ Rheuma-Test nicht. Dennoch geben Blutuntersuchungen im Labor wichtige Hinweise, um der richtigen Diagnose auf die Spur zu kommen. So kann der Arzt das Ausmaß der Entzündung anhand der Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und des C-reaktiven Proteins (CRP) bestimmen.
Moderne Therapie bringt Erfolge
Von 2000 bis 2011 haben die krankheitsbedingten körperlichen Belastungen bei Kindern, die an Rheuma leiden, deutlich abgenommen. Die Krankheitsaktivität ging bei Patienten mit einer Polyarthritis (mehr als fünf betroffene Gelenke) um 12,3 Prozent zurück. Experten der Deutschen Rheuma-Liga führen dies nicht nur auf bessere Medikamente, sondern auch auf eine frühere Diagnose und Behandlung zurück: 2011 erhielten 32 Prozent der an JIA erkrankten Kinder immunmodulierende Basismedikamente. 2000 waren es nur 19 Prozent.
Quelle:
Deutsche Kinderrheuma-Stiftung
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