Menschen mit Diabetes sterben sechs Jahre früher

Immer mehr Menschen erkranken schon in jüngeren Jahren an Typ-2-Diabetes. Das schadet auch langfristig der Gesundheit. Fachleute schätzen, dass Menschen mit Diabetes durchschnittlich sechs Jahre früher sterben als Menschen mit gesundem Blutzucker. Studien legen nahe: Je früher die Stoffwechselkrankheit Diabetes auftritt, desto geringer die Lebenserwartung.

Bis zu 13 Jahre weniger Lebenserwartung

Fachleute der Emerging Risk Factors Collaboration (ERFC) berechneten aus über 1,5 Millionen Daten von Patient*innen, wie sich der Zeitpunkt einer Typ-2-Diabetes-Erkrankug auf die Lebenserwartung auswirkt. Die Daten legen nahe, dass jedes Jahrzehnt, um das Diabetes früher auftritt, etwa drei bis vier Lebensjahre kostet. So sterben Menschen, deren Diabetes-Erkrankung bereits im Alter von 30 Jahren diagnostiziert wird, im Schnitt 13 Jahre früher als Gleichaltrige ohne Diabetes. Liegt der Zeitpunkt der Diabetes-Erkrankung bei 40 oder 50 Jahren, verkürzt sich die berechnete Lebenserwartung ebenfalls – um neun bzw. fünf Jahre.

Zwei Millionen: Krank, ohne es zu wissen

Allein in Deutschland leben zwei Millionen Menschen, die nichts von ihrer Diabetes-Erkrankung wissen – und daher häufig auch erst später behandelt werden können. Das steigert das Risiko für Folgeerkrankungen noch mehr. Umso wichtiger ist es Expert*innen zufolge, das Auftreten von Diabetes zu verhindern oder wenigstens zu verzögern, gerade bei jungen Menschen. Labortests können hier helfen – denn werden Vorstufen von Diabetes wie eine Insulinresistenz frühzeitig erkannt, können Änderungen im Lebensstil und die richtige Behandlung oft noch verhindern, dass sich überhaupt ein Diabetes entwickelt.

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