Legionellen-Infektionen: 72 Prozent entstehen im privaten und beruflichen Umfeld

Klettern im Sommer die Temperaturen, steigen in der Regel auch die Fallzahlen von saisonalen bakteriellen Infektionen. Dazu gehören auch Legionellen. Die Bakterien können Atemwegserkrankungen wie die Legionellen-Pneumonie (Legionäkrskrankheit) verursachen. Auswertungen des Robert Koch-Instituts von Patient*innendaten zeigen, dass fast drei Viertel aller Legionellosen (72 Prozent) hierzulande im privaten und beruflichen Umfeld entstehen.

Bakterien aus Dusche und Klimaanlage

Legionellen gedeihen vor allem in Wasserleitungen, die sich erwärmen und in denen das Wasser länger steht. Bei Wassertemperaturen zwischen 20 und 45 Grad fühlen sich die Bakterien besonders wohl. In winzigen Wasserpartikeln – etwa mit dem Wasserdampf beim Duschen – können sie beim Einatmen in die Atemwege gelangen und eine Lungenentzündung verursachen. Vor allem in schlecht gedämmten oder alten Wohngebäuden mit nicht isolierten Leitungen kann die Dusche so zur Ansteckungsquelle werden. In Klimaanlagen können Legionellen sich bei nachlässiger Wartung in Befeuchtern, Kühlregistern oder Tropfwannen ebenfalls vermehren und werden dann durch die bei der Kühlung erzeugten Aerosole in der Raumluft verteilt. Diese Anlagen sind bisher überwiegend in Büro- und Verwaltungsgebäuden installiert.

Vorsicht auch auf und nach Reisen

Nicht nur daheim und am Arbeitsplatz gibt es veraltete Rohrsysteme oder vernachlässigte Klimaanlagen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts geht immerhin jede fünfte gemeldete Legionellen-Infektion auf eine Reise zurück. Bis eine Legionellen-Pneumonie ausbricht, können bis zu zehn Tage vergehen. Gut zu wissen: Bis zu 16 Prozent der Patient*innen erkranken erst nach dieser Frist. Spätestens bei hohem Fieber, starkem Husten mit Auswurf und beschwerlicher Atmung sollten Betroffene ärztlichen Rat einholen. Expert*innen empfehlen zur eindeutigen Diagnose unter anderem einen Urintest auf Antigene der Erreger.