Herzschwäche: Sterbeziffer für Frauen um 64 Prozent höher als bei Männern

Frauen mit Herzschwäche müssen mit einer ungünstigeren Prognose als Männer leben. Nach dem Deutschen Herzbericht von 2017 lag ihre Sterbeziffer 64 Prozent über dem Wert der Männer.

Syda Productions - Adobe Stock

Mehr Tote durch Herzinsuffizienz

Seit Jahren beobachten Experten, dass Herzerkrankungen im Vergleich mehr Frauen als Männer das Leben kosten. 2012 starben doppelt so viele Frauen wie Männer an Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Der aktuelle Herzbericht der Deutschen Herzstiftung, der die Zahlen für 2015 auswertet, bestätigt diesen traurigen Trend: 2015 erlagen 29.795 Frauen ihrem schwachen Herzen. Bei den Männern waren es 17.619 Verstorbene. Besorgt zeigen sich die Autoren des Herzberichts vor allem über die Zunahme der Todesfälle durch Herzinsuffizienz insgesamt. Im Vergleich zu 2014 starben fast 3.000 Menschen mehr an der Krankheit (2014: 44.551 Todesfälle; 2015: 47.414 Todesfälle).

Labortests entdecken Risikofaktoren

Die Experten der Deutschen Herzstiftung weisen jedoch darauf hin, dass der Herzinsuffizienz vorgebeugt werden kann. In der Regel ist sie die Folge von anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie etwa Verengung der Herzkranzgefäße oder Bluthochdruck. Diese müssen rechtzeitig erkannt und behandelt sowie Risikofaktoren für ihre Entstehung reduziert werden. Verengte Blutgefäße gehen häufig auf einen gestörten Fettstoffwechsel zurück, hinter Bluthochdruck kann neben Lebensstilfaktoren wie Übergewicht auch Diabetes oder ein Nierenleiden stecken. Die Herzstiftung rät daher dazu, Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin regelmäßig kontrollieren zu lassen, ab dem 50. Lebensjahr am besten halbjährlich. Krankenkassen zahlen Diabetes- und Cholesterintests im Rahmen des Check-up 35 alle zwei Jahre. Besteht ein konkreter Krankheitsverdacht, übernehmen sie jedoch die Kosten für spezielle Tests. Sie klären, ob das Herz kräftig genug schlägt und die Nieren wirklich gesund sind.

 

Lesen Sie auch den IPF-Tipp der Woche Frauenherzen: Gründliche Diagnostik rettet Leben