Zöliakie: Antikörper-Bestimmung bei Diagnose unverzichtbar

In Deutschland leiden Schätzungen zufolge bis zu 840.000 Menschen an Zöliakie. Sie vertragen kein glutenhaltiges Getreide. Die Diagnose dieser immunologischen Erkrankung des Dünndarms ist komplex. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Bestimmung von Antikörpern, so das IPF zum Welt-Zöliakie-Tag am Samstag, den 16. Mai.

Wenn Getreide krankmacht

Bei Zöliakie schädigt das in den meisten Getreiden enthaltene Gluten das Gewebe des Dünndarms. Betroffene können Nährstoffe, Mineralstoffe und Vitamine dann nur noch in sehr geringen Mengen aufnehmen. Die Autoimmunerkrankung kann neben dem Dünndarm auch viele weitere Organsysteme betreffen, darunter die Leber, die Haut und das Nervensystem. Entsprechend vielfältig sind die Symptome. Sie reichen von Magen-Darm-Beschwerden aller Art bis hin zu Müdigkeit und Stimmungsveränderungen wie Reizbarkeit oder Niedergeschlagenheit. Medizinische Fachgesellschaften plädieren daher dafür, Patent*innen bei schwer zu klärenden Beschwerden auch auf Zöliakie zu untersuchen.

Mit Antikörpertests der Zöliakie auf der Spur

Besteht der Verdacht auf eine Zöliakie, empfehlen Behandlungsleitlinien gleich zu Beginn der Diagnostik Tests auf bestimmte Antikörper. Dazu gehört die Konzentration von Immungloblulin-A-Antikörpern (IgA) im Blut, die sich gegen ein bestimmtes Enzym richten: Bei Zellschädigungen im Darm setzt der Körper sogenannte Gewebs-Transglutaminase (tTG) frei. Die Abkürzung für den entsprechenden Blutwert lautet daher tTG-IgA. Ebenfalls wichtig ist es, einen grundsätzlichen IgA-Mangel auszuschließen, da Menschen mit diesem Immundefekt häufiger eine Zöliakie entwickeln. Dazu messen Labormediziner*innen die IgA-Gesamtkonzentration im Blutserum. Legen die Testergebnisse eine Zöliakie nahe, schaffen Gewebeproben aus dem Zwölffingerdarm endgültige Klarheit. Nur in Ausnahmefällen sollte die Diagnose ausschließlich anhand von Antikörpertests gestellt werden. Sowohl die Antikörperbestimmung als auch die Biopsie sind nur aussagekräftig, wenn die Patient*innen im Vorfeld nicht auf Gluten verzichten.

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