Ein Viertel der Tuberkulose-Fälle außerhalb der Lunge
Bei etwa 20 bis 25 Prozent der Erkrankten tritt Tuberkulose nicht in der Lunge, sondern in anderen Organen auf. Diese sogenannte extrapulmonale Tuberkulose kann unter anderem das Lymphsystem, Gelenke und Knochen, Organe im Bauchraum, Harn- und Geschlechtsorgane oder sogar das zentrale Nervensystem betreffen. Meist entwickeln Betroffene unklare Beschwerden wie Schmerzen, Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, Fieber und Nachtschweiß.
Diagnose mit Direktnachweis und Resistenztestung
Vor allem Patient*innen, die als Reisende oder Einwandernde aus Ländern kommen, in denen Tuberkulose noch sehr verbreitet ist, sollten bei unklaren Beschwerden von Ärzt*innen auf extrapulmonale Tuberkulose untersucht werden. Dabei ist es besonders wichtig, die Erreger direkt nachzuweisen und sie auf mögliche Resistenzen gegen Tuberkulosemedikamente zu testen. Dazu benötigen Labormediziner*innen Gewebe- oder Flüssigkeitsproben, die sie mit verschiedenen Verfahren auf Tuberkulose-Bakterien untersuchen. Molekulardiagnostik hilft dabei, Resistenzen zu bestimmen.
Begleiterkrankungen erkennen
Eine extrapulmonale Tuberkulose schließt die Beteiligung der Lunge nicht aus. Darum sollten im Zuge der Diagnose die Lunge sowohl mit bildgebenden Verfahren wie Röntgen und CT untersucht als auch Auswurf aus der Lunge im Labor auf Tuberkulose-Bakterien getestet werden. Da Tuberkulose häufig zusammen mit HIV- oder Hepatitis-Infektionen auftritt, raten Fachleute zudem zu entsprechenden Tests.

